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gebrachten Hülfsskala in km ausgedrückt. Letztere Zahl mußte noch mit 5
multipliziert werden, um den Abstand der 1 mm-Isobaren zu ergeben. In
dem nordwestlichen Teil des Meeres, wo die Isobaren wesentlich näher anein
ander liegen, wurde, um die größtmögliche Genauigkeit zu erzielen, die ge
messene Strecke zunächst verfünffacht und alsdann ebenfalls der Abstand der
1 mm-Isobaren für den betreffenden Punkt mit Hilfe der erwähnten Skala
gewonnen.
Schließlich wurde für sämtliche Punkte — es waren deren 35 — die
Windgeschwindigkeit nach der einfachen Formel:
a • v = c
also: v= —
a
berechnet und an die betreffenden Punkte nebst den durch die Pfeile an
gedeuteten Windrichtungen eingetragen.
Das sich darbietende Bild ist leicht zu übersehen. Die »Spin dl er sehe
Zyklone« kommt auch auf unserer Karte voll zum Ausdruck. Es ergibt sich
für den Teil der Küste, wo bei Spindler 1 ) Messungen vorliegen, wenigstens in
bezug auf die Windrichtung eine leidliche Übereinstimmung seiner Resultate
mit denen unserer Karte, wenn man in Betracht zieht, daß der Ablenkungs
winkel für die Ebene, noch mehr aber für das Gebirge, kleiner ist als auf
dem offenen Meer; denn die Konstante k, die in der Berechnungsformel
tang a — 2 w ^ ln j m Nenner auftritt, wird nach Wegemann 2 ) für die Ebene
0.00008, für Gebirge sogar 0.00012.
Ein Punkt ist namhaft zu machen, in dem sich die beiden Karten unter
scheiden. Es ist bei Betrachtung der Spin dl er sehen Karte auffallend, daß
oft nahe benachbarte Küstenpunkte wesentlich verschiedene Windrichtung
haben. Man vergleiche beispielsweise die Stationen auf der Krim! Mag dieser
Umstand teilweise den örtlichen Verhältnissen, also etwa der nicht überall
ganz gleichartigen Aufstellung der Instrumente zuzuschreiben sein; es bleibt
doch ein unauflösbarer Rest, und es ist anzunehmen, daß auch auf dem offenen
Meere das Bild sich nicht ganz so gleichmäßig darstellen würde, wie unsere
Karte dies zeigt. Da jedoch die etwaigen lokalen Abweichungen für das zu
konstruierende Strombild kaum Bedeutung haben würden, so dürfen wir also
an der auf Grund der Isobarenkarte entworfenen Windkarte festhalten.
Die stromerzeugende Kraft des Windes findet Mohn auf empirischem
Wege. Das Resultat ist: Eine Windstärke von 3.9 Beaufort erzeugt einen
Strom von 15 Seemeilen in 24 Stunden. Unter Zugrundlegung der Köppen-
schen Reduktionswerte (Tabelle auf S. 15) finden wir, da 3.9 Beaufort gleich
6.51 m p. S. Windgeschwindigkeit ist: 1 m p. S. Wind erzeugt einen Strom
von 2.304 Seemeilen in 24 Stunden oder 0.0494 m p. S. Danach läßt sich
leicht für die Punkte, für die die Windgeschwindigkeit berechnet wurde,
auch die darausfolgende Stromgeschwindigkeit finden, da beide einander
einfach proportional sind.
Auf Karte VI (Tafel2) wurde für die betreffenden Punkte die Stromrichtung
eingetragen, die Geschwindigkeit hinzugeschrieben und nunmehr die Linien
gleicher Geschwindigkeit gezeichnet. — Ihr Geschwindigkeitsmaximum erreichen
die Windströmungen im Nordwesten mit etwa 7 J / 2 Seemeilen. Ziemlich be
deutend sind sie noch an der Nordost- und der Südküste. Ein im Westen
sehr breiter, nach Osten zu schmaler werdender Streifen geringer Geschwindig
keiten schiebt sich zwischen diese beide Maxima zweiter Ordnung ein. Gerade
zwischen ihnen liegt an der Stelle des Luftdruckminimums der stromlose Punkt,
der das Zentrum des großen Stromringes bildet.
*) Vgl. S. 14, Fußnote 1.
2 ) Vgl. S. 15, Fußnote 1.

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