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gerichteten und hier besonders schnell fließenden Strömungen einander so
nahe, daß ein Teil des Unterstromwassers angesogen und zum Aufsteigen ge
zwungen wird und dafür an anderer Stelle leichtes Oberflächenwasser ab
sinkt. So ist es möglich, daß nahe beieinander befindliche Wassersäulen er
heblich verschiedene Dichten zeigen.
Ferner wird durch die Dreiteilung die Anzahl der Daten, die für die
Konstruktion einer und derselben Karte zur Verfügung stehen, sehr gering.
Große Gebiete entbehren jeder Angabe wie z. B. das östliche Becken auf
Karte I oder das westliche auf Karte III. Versucht man die Linien gleicher
Höhe zu ziehen, so sieht man sich vielfach auf Mutmaßungen angewiesen. So
könnte man vielleicht auf Karte I die Isohypse 0 so legen, daß sie das kleine
sekundäre Maximum 3,2 mm der Station 68 umschließt und also mit dem
Hauptmaximum vereinigt.
Man betrachte einmal Station 5 aus 1890 auf Karte II! Die Zahl 19.5,
die hier eingetragen ist, kann leicht um + 3 Einheiten falsch sein, da sie
durch mehrere willkürliche Ergänzungen gefunden wurde. Trägt man an
dieser Stelle 16.5 ein, so hat man wohl Grund, die beiden von der 20 mm-
Isohypse abgegrenzten Gebiete miteinander zu verbinden. Wäre das richtige
Resultat dagegen 22.5, so wäre die Trennung der beiden Gebiete noch viel
entschiedener, als bei uns gezeichnet wurde, da die westlichere der Isohypsen
noch mehr nach links verlegt werden müßte. Einzelne Stationen wie Nr. 84
und Nr. 114, die auf keine Weise in den Rahmen des Ganzen passen, habe
ich unberücksichtigt gelassen, sowie auf die Zeichnung von Isohypsen in der
Nähe des Bosporus auf Karte I verzichtet.
Bei einem Vergleich der Karten I, II und III fällt zunächst der Unter
schied auf, der zwischen den einzelnen Monaten in bezug auf die absoluten
Zahlenwerte besteht. Auf Karte I wurden zur Veranschaulichung die Iso
hypsen -— 30, — 20, — 10 und 0 mm, auf Karte II die von 0, -)- 10, + 20 und
+ 30 mm und auf Karte III endlich die von 0, + 20 und + 50 mm ein
getragen. Das Steigen der Werte mit der Jahreszeit rührt von dem bereits
erwähnten Steigen der Oberflächentemperatur her, die Mitte Mai etwa 12 bis
13 Grad und Mitte August etwa 23 bis 26 Grad beträgt. Trotz mancher
Unterschiede im einzelnen treten gewisse Ähnlichkeiten zwischen den ver
schiedenen Karten stark hervor. Vor allem ist es die Hebung des Wasser
spiegels nach der Donaumündung hin, und dem gegenüber die Senkung im
Südosten der Krim.
Auf Karte I und besonders deutlich auf Karte II findet sich eine zweite
weniger tiefe Senkung im Nordosten des Bosporus. Dieser Umstand veran-
laßte mich auch, die 20 mm Isohypse auf Karte III weit nach dem Bosporus
hin ausbiegen zu lassen in der Annahme, daß in dieser Gegend die Dichten
auch im August noch relativ groß sind. Weitere bemerkenswerte Über
einstimmungen zeigen die Karten II und III in den hohen Zahlen am Süd
rand zwischen 37° und 38° östlicher Länge und am Ostrand des Beckens. An
letztgenannter Stelle ist eine deutliche Aussüßung des Oberflächenwassers vor
handen, die wohl darin ihre Erklärung findet, daß hier verschiedene ansehn
liche Flüsse, vor allem der Rion, münden. Auch die relativ niedrigen Zahlen
der Stationen 35 aus 1890 und 92 und 93 aus 1891 weisen wohl auf eine ge
meinsame Ursache hin, die zu entdecken mir allerdings nicht gelungen ist.
Bedauerlich ist, daß in der Nähe der Landenge von Kertsch so wenig
Beobachtungen gemacht worden sind. Eine wertvolle Ergänzung bilden hier
die Untersuchungen von A. Londis, deren Ergebnisse ich nach Krümmels
Referat im Geogr. Jahrbuch 1 ) anführe: »Es wurden im Sommer 1900 an
20 verschiedenen Stellen, davon 17 südlich von der Enge von Ak-burun,
Strömung und Salzgehalt beobachtet und im kleinen bei Tiefen von kaum
7 1 / 2 m ein Stromsystem gefunden, das an das des Bosporus erinnert. An der
Oberfläche herrscht südlich gerichteter Strom mit leichtem Wasser des
Agowschen Meeres (meist 10 °/ 00 Salz), in der Tiefe von 5 m abwärts der
9 Geogr. Jahrbuch, Band 26, 1903, Seite 235.

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