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Eine Explosion mit Mengen von weniger als 0,05 g hat immer
noch eine vollständige Zertrümmerung selbst starkwandiger
Gefässe zur Folge. Der vom überschüssigen Benzol befreite
Körper ist eine weisse Masse.
Dieckhoff 1 ), der gleichfalls die Einwirkung des Ozons auf
Benzol studierte, gibt an, „häufig wohl ausgebildete, farblose
Krystalle, deutliche Oktaeder, erhalten zu haben, bei denen das
Spiegeln der Flächen deutlich sichtbar war, und das Kratzen
mit einem Glasstabe eine ziemliche Festigkeit kundgab“.(?) Be
merkt sei noch, das Dieckhoff keine Analyse seines Produkts
ausgeführt hat.
Die Analyse des Ozobenzols bot wegen der enormen
Explosivität grosse Schwierigkeiten. — Um zu untersuchen, ob
sich die Verbrennung überhaupt ohne Explosionen durchführen
lasse, wurde die Substanz zuerst in statu nascendi mit Kiesel-
guhr gemischt. Diese bei äusserster Vorsicht glatt durch
geführte Analyse liess schon ohne Zweifel erkennen, dass dem
Ozobenzol keineswegs die ihm von Renard zugeschriebene Formel
GiEbOe, sondern die Zusammensetzung CeHeO» zukommt. Die
Resultate waren nicht ganz genau, weil durch das Zurückwiegen
des Kieselguhrs nach der Verbrennung Fehler unvermeidlich
waren.
Schliesslich wurde das reine Ozobenzol der Elementaranalyse
unterworfen. Trotzdem das Verbrennungsrohr mit der äussersten
Vorsicht erwärmt wurde, trat doch einmal eine heftige Explosion
ein, und der Teil des Rohres, in dem sich das Schiffchen be
fand, wurde vollständig zertrümmert. Bei der Wiederholung ge
lang jedoch die Analyse. Seiner Explosivität wegen wurde die
Substanz hierzu noch feucht auf das Verbrennungsschiffchen
gebracht und darauf 15 Stunden lang bei 22° im trockenen
Luftstrom vom überschüssigen Benzol befreit.
0,0996 g Sbst.: 0,1160 g C0 2 ; 0,0339 g H 2 0
C = 31,76%; FI = 3,80%
Berechnet: CßH«Ob: €=--41,38%; H=3,45%
Cc He Cb: C= 32,43 %; H =2,72 %
') Habilitationsschrift, Karlsruhe 1891.

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