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gungen darbrachte, sie als echte Römerin verherrlichte. Und
nicht undankbar hat sich die Marquise ihm gegenüber gezeigt;
denn als einstmals in jenem Kreise man von ihm als dem
„Pöre de l’Hyperbole“ sprach und dadurch sein Ansehen ins
Lächerliche zu ziehen suchte, verbot sie es, wie Chapelain
am 30. Oktober 1638 erzählt, „ne pouvant souffrir que vous
soyez chez eile que dans l’etat que vous meritez.“ 99 ) Wir
sehen also, daß B. und die Besucher des Hotel de Rambouillet,
trotzdem sie nie in persönliche Berührung kamen, dennoch in
freundschaftlichem Verkehr miteinander standen.
B. Aus einer kleinen privaten Gesellschaft junger Literaten,
welche seit 1629 ziemlich regelmäßig, fast wöchentlich, im Hause
Conrarts zusammengekommen waren, um über Tagesneuigkeiten
und Literatur zwanglos zu plaudern, wurde in den ersten
Monaten des Jahres 1634 10 °) die „Academie francaise“ 101 )
geschaffen, vom Kardinal als Werkzeug ausersehen einerseits
dafür, seinen Einfluß auch auf literarischem Gebiete zur Geltung
zu bringen, andrerseits den Einfluß der Literatur auch für
politische Zwecke zu verwerten. 102 ) Bemerkenswert ist, daß
die Errichtung der Akademie von dem Parlament nur zögernd
und auch dann nur mit dem Vorbehalte zugestanden wurde,
daß die akademische Gerichtsbarkeit sich nur auf das Gebiet
der Literatur erstrecken dürfe. 103 ) Das vom Jahre 1635
datierte Stiftungspatent des Königs wurde erst am 8. Juli
1637 l04 ) in das Register des Parlaments eingetragen. Auch
beim Adel und Volk 105 ) begegnete der Akademie manches
Widerstreben, denn man erblickte, und wohl mit vollem Recht,
in der Akademie eine bedenkliche politische Maßregel des
mächtigen Ministers. Ja, auch einige Literaten vom Fach
erkannten in der Akademie ein Werkzeug Richelieus, mittelst
dessen dieser der französischen Literatur seinen Stempel auf
drücken und sie in eine bestimmte Richtung hineinleiten wollte;
mit Spott und Hohn wurde die junge Gesellschaft in den
ersten Jahren und Jahrzehnten reichlich bedacht; 106 ) und auch
heute noch ist die Akademie oft ein Ziel des Angriffs. 107 )
Auch Balzac gehörte zu den Widersachern der Akademie
und verspottete sie bei jeder Gelegenheit. So schreibt er
als Antwort auf Chapelains Brief vom 26. März 1634 (t. I

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