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sich aufhielt, so daß er wenigstens damals wohl an den
Versammlungen hätte teilnehmen können. Gemeinhin“ 2 ) wird
B. auch in den Literaturgeschichten als einer der häufigsten
Besucher des Hotel de Rambouillet genannt. Es ist hierzu
jedoch zu bemerken, daß B. nie in persönlichen Verkehr zu
demselben getreten ist. Daß B. während seines ersten Auf
enthaltes in Paris bis 1617, während er mit Theophile de
Viau hauptsächlich Verkehr unterhielt, mit den sprach-
reinigenden Kreisen dieses Salons nie Fühlung gehabt hat,
bedarf wohl keines weiteren Beweises, wenn man die Ab
neigung Theophiles gegen Malherbes Regelhaftigkeit in
Betracht zieht. 93 )
Die fi’ühste Erwähnung der Marquise de Rambouillet
findet sich erst aus dem Jahre 1633 94 ) in einem Briefe B.’s
an Le Maistre, wo er ihre Jugend preist und ihren römischen
Ursprung erwähnt („de gente Sabella“) 95 ); aus diesem Brief
(a I 249/51) geht hervor, daß B. zwar noch keine persönlichen
Beziehungen zu ihr besaß, wohl aber über die persönlichen
Vorgänge in diesem Kreise gut unterrichtet war, denn woher
wüßte er sonst von der schwärmerischen Neigung der Tochter
Julie zum König von Schweden. 96 ) Erwähnt möge noch ein
Brief B.’s an Chapelain vom 1. Dezember 1634 werden, in
welchem Chapelain ermahnt wird (a I 736), nicht Julie halber
sein Epos „La Pucelle“ zu vernachlässigen. Erst als B. sich
endgültig in seine „Wüste“ zurückgezogen hat, sehen wir ihn
in näheren Verkehr mit dem Hötel de Rambouillet treten*
wahrscheinlich durch Vermittlung Gliapelains. So preist er
in einem Brief an Vaugelas (a I 414/6) das Verdienst der
Marquise und ihres Zirkels, indem er sie bezeichnet als
»vostre incomparable Marquise“, „cette divine Romaine“ und
ihre Umgebung als „la belle trouppe qui se rencontre souvent
cliez eile . . .“
Als Beweise für B.’s persönliches Fernbleiben vom
Botel de Rambouillet sind folgende Tatsachen anzuführen:
1. B. hätte sicher der persönlichen Bekanntschaft mit
dem Hötel in seinen Briefen Erwähnung getan, man findet
jedoch, wie soeben bereits bemerkt wurde, nicht eine einzige
Stelle, die auf eine persönliche Bekanntschaft schließen läßt.

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