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die Worte, welche er nach Tallemant’s Zeugnis zu seinem
Vertrauten Boisrobert sagte (Ilistoriettes IV, p. 89 Note 1):
Votre amy est un estourdy; qui luy a dit que je suis mal
avec la Reyne-mere? Je croyois qu’il eust du sens; mais
ce n’est qu un fat.“ 71 j Sodann vermerkte Richelieu es übel,
daß B. ihm weder den „Prince“ noch eine seiner sonstigen
Schriften zueignete. „Se croit-il assez grand seigneur pour
ne pas desdier ses livres?“ soll er gesagt haben. (Tallemant,
Hist. IV, p. 89 Note 1.) Ferner geliel es dem nach Loh
dürstenden Kardinal gar nicht, daß B. nicht nur ihn. sondern
daneben auch noch viele andere Leute verherrlichte. Br
nannte ihn darum verächtlich den „elogiste general“ (Talle
mant, Hist. IV, p. 93). Bourciez 80 ) endlich glaubt als Grund
für die Abneigung Richelieus gegen B. annehmen zu müssen,
daß der Kardinal einem Manne mißtraute, welcher als Jüng
ling für die Niederländer gegen die Spanier Partei ergriffen,
sich also als ein Anhänger der republikanischen Verfassung
gezeigt hatte (vgl. o. S. 6). Indessen ist diese Annahme
kaum als zutreffend anzuerkennen, da sich B. in seinen
späteren Schriften als durch und durch überzeugter Anhänger
des Absolutismus bekannt hat. Welches nun auch der Grund
sein mag, jedenfalls war B. nicht der Mann nach dem Herzen
Richelieus, und dieser hat darum dem ehrgeizigen „Wüsten
bewohner“ seine Gunst versagt. B. sah sich also bitter ent
täuscht, und er hatte doch gehofft, namentlich durch den
„Prince“ den Gipfel des Ruhmes zu ersteigen. Als er nun
endgültig einsah, daß er von Richelieu nichts zu hoffen habe,
zog er sich in seine „Wüste“ zurück, ließ aber die Ver
bindung mit dem Kardinal nicht gänzlich fallen, sondern
richtete ab und zu eine lateinische Epistel an ihn (all 2 71/7),
auch stand er nicht davon ab, wenigstens mittelbar desselben
Mildtätigkeit anzuflehen, und es gelang ihm wirklich, durch
Chapelains Befürwortung endlich eine Pension im Betrage
von 2000 Livres zu erhalten. Aber wenn B. es für ratsam
hielt, mit dem Minister, solange dieser lebte, nicht zu brechen,
und sich nicht schämte, desselben Mildtätigkeit in Anspruch
zu nehmen, so besaß er dagegen den wenig schönen Mut, an
dem Verstorbenen Rache zu nehmen für die Hintenansetzung,

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