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gestattet sein, ein wenig näher noch auf seine Beziehungen
zu den hervorragendsten seiner französischen Zeitgenossen
einzugehen. Hat B. auch wohl den größten Teil seines Lehens
in seiner „Wüste“ zugebracht, so hat er trotzdem mit vielen
Verkehr gepflogen, häufig Besuche empfangen, selbst dann
und wann Reisen unternommen, vor allem aber hat er durch
seinen Briefwechsel die weitgehendsten Beziehungen zu den
einflußreichsten und höchsten Persönlichkeiten der Politik
und der Literatur des damaligen Frankreichs unterhalten,
zählte er doch zu seinen Korrespondenten gekrönte Häupter,
Fürsten, Minister, Kardinale, Marschälle. Es soll hier nicht
die Aufgabe sein, auf alle diese vornehmen Beziehungen ein
zugehen, nur einige der für B.’s literarische und persönliche
Stellung wichtigsten mögen hervorgehoben werden, so vor
allem die Beziehungen zu den beiden gewaltigen Kardinal
ministern, von denen er so viel erhofft hatte, alsdann seine
Beziehungen zum Hotel de Rambouillet und zur Akademie,
Beziehungen, über die noch irrige Anschauungen herrschen.
A. Zunächst möge näher auf B.’s Verhältnis zu Richelieu
eingegangen werden. Die ersten Beziehungen mit Richelieu
scheint B. im Jahre 1619 angeknüpft zu haben, als der
später allmächtige Minister, damals nur erst Bischof von
Lu$on, von Avignon aus, wohin er 1618 von dem Günstling
Luynes verwiesen worden war, die Königin-Mutter in Angouleme
besuchte, welche als Verbannte dort im Elternhaus B.’s (vom
1. März bis August 1619) weilte. Doch hören wir, was B.
selbst über dieses erste Zusammentreffen berichtet: „Ce M.
de Lucon avoit veü je ne sgay quoy de vostre Voisin (= Balzac),
«qui luy avoit,-» disoit-il, «chatouille Vesprit,» et qui l’obligea
de rechereher son amitie. Ayant apporte d’Avignon un desir
passionne de le connoistre, il luy fit une infinite de caresses
ä son arrivee ä Angoulesme. II le traita d’Illustre, d’Homme
rare, de Personne extraordinaire. Et l’ayant un jour prie ä
disner, il dit ä force gens de qualite qui estoient ä table
aveque luy, Voilä un komme (cet homme n’avoit alors que
22 ans) ä qui il faudra faire du bien, quand nons le pourrons,
et il faudra commencer par une Abbaye de dix mitte Uwes
de rente.“ (a II 402). Ob Richelieu diese Versprechungen

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