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widmen wollte; doch umsonst war all sein Mühen, er erreichte
nichts. Trotz aller seiner Klagen über des Lebens Beschwerden
und Leiden liebte er das Leben sehr. Seit 1646 ungefähr
trug sich B. mit dem Gedanken, in ein Kloster einzu
treten, 70 ) aber seine Verwandten hielten ihn davon zurück;
1648 ließ er für sich zwei Zimmer im Kloster der Kapuziner
zu Angouleme herrichten, in denen er den größten Teil der
beiden folgenden Jahre zubrachte Nach dem Tode seines
Vaters (1650) zog er sich auf Schloß Ne ui 11 ac zurück, das
dem Gemahl seiner Nichte, Bernard de Porgues, gehörte,
denn B. hatte am 25. Mai 1634 auf sein Recht als Erst
geborener verzichtet, nämlich auf den Besitz des Schloßes Balzac,
und seinem jüngeren Bruder Frangois, sieur de Roussines, die
Besitzung gegen Auszahlung einer Summe von 60 000 Fr. 71 )
abgetreten. Doch scheint B. oft noch in Angouleme und auf
Schloß Balzac verweilt zu haben, denn wir finden noch einige
Briefe nach 1650, die aus A. und B. datiert sind — wofern
wir etwas Wert auf die Datierung der Briefe legen wollen.
Wie dem aber auch sein mag, endlich, im Anfang des Januar
1654, begab er sich — schon krank — wieder nach Angouleme
in das Haus seiner Schwester; bald nachher, am 8. Februar
1654, starb er im Alter von fast 57 Jahren, 72 ) nach einem
Leben, das im Grunde ein unglückliches gewesen ist. Gemäß
seinem Wunsche (a II 2 197) erhielt er seine Ruhestätte im
Höpital Notre Dame des Anges in Angouleme, und wahr
scheinlich ruhen seine Gebeine noch dort 7 ' J ) und 74 ). Ob
die Frömmigkeitsdemonstrationen, welche B. in den letzten
Jahren seines Lebens durch große und zahlreiche Legate 75 ) etc.
bekundete, sehr aufrichtig gemeint waren, darüber zu entscheiden
ist nicht leicht, wenn man gerecht sein will. Mir aber scheint
es, als ob diese Frömmigkeit z. T. nicht das Erzeugnis einer
wirklich festen Überzeugung, als vielmehr das einer schwach
mütigen Neigung zu asketischer Beschaulichkeit und noch
mehr das seiner Eitelkeit, Selbstgefälligkeit gewesen ist. 76 )
§ 2-
Balzacs Stellung zu Richelieu und Mazarin.
Nachdem im vorhergehenden Abschnitt das Leben B.’s
einer genaueren Betrachtung unterzogen worden ist, möge es

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