Full text: Die literargeschichtlichen Kenntnisse und Urteile des Jean-Louis Guez de Balzac

197 
dignes d’un Tlieatre d’yvoire. Chaque partie m’en a plu ... “ 
(a I 173). H. entgegnete ungerechtfertigterweise, von seiner 
großen Eigenliebe getrieben, sehr scharf, und aus der kleinen 
Meinungsverschiedenheit entstand ein heftiger Streit, der 
Jahre lang dauerte und in den schließlich noch Salmasius 
verwickelt wurde 254 ), als er wegen einer anderen Angelegen 
heit mit H. in Differenzen geriet. 255 ) Inzwischen hatte H. im 
Jahre 1638 durch Veröffentlichung von B.’s „Discours 
politique sur Testat des Provinces des Pai's-Bas“ den Huf 
B.’s zu schädigen versucht (s. o. S. 5); vgl. a I 766, sowie 
Chapelains, Lettres, t. I, p. 276. 
Über diesen Streit hat Jonckbloet 256 ) ziemlich ausführ 
lich berichtet, so daß es hier genügen möge, auf einige wich 
tige Punkte in diesem Zwiste aufmerksam zu machen. B.’s 
Tadel richtete sich dagegen, daß H. in seinem Werk ein 
Gemisch aus heidnischer und jüdischer Religion gäbe. Er 
sagt: „J’ay seulement ä vous proposer un petit scrupule, et 
je ne s§ay pas bien pourquoy Tisiphone est introduite avec 
Mariamne, qui parle du Styx; du Cocyte et de 1’Acheron; ni 
s’il se peut fornier un corps naturel de deux pieces si 
differentes, que sont ä mon advis la religion Juifve et la 
Payenne. Mon doute vient de mon ignorance, et non pas 
de ma presomption ... “ (a I 173/74). „De overdreven ge- 
hruik van mythologische cieraden — beter dit mishruik — 
gaf aanleiding tot een pennestryd tusschen B. en H.“ lauten 
Ten Brinks Worte. 
Trotz dieser Zwistigkeit jedoch hegte B. stets noch 
große Hochachtung vor dem Wissen und den Kenntnissen 
des holländischen Gelehrten; so beteuert er all 173: „nostre 
demeJe n’empesche pas que je ne l’estime tousjours infiniment.“ 
Vor allem freilich vor Ausbruch des Streites ist B. voll des 
Lobes für H., wie aus vielen Stellen seiner Briefe, über 
haupt seiner Schriften zu sehen ist; man vgl. a I 173/4, 
219/20, 462, 734, 750, 766/7, 791, 793, 830/1, a II 531 
u. and. Bitter beklagt B. es auch, daß durch seine in guter 
Absicht verfaßten Bemerkungen über die Tragödie H. sich 
habe beleidigt, zurückgesezt gefühlt; a II 675 erklärt B.: „Je 
luy ay parle avec toute sorte de deference; je luy ay demande
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.