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dignes d’un Tlieatre d’yvoire. Chaque partie m’en a plu ... “
(a I 173). H. entgegnete ungerechtfertigterweise, von seiner
großen Eigenliebe getrieben, sehr scharf, und aus der kleinen
Meinungsverschiedenheit entstand ein heftiger Streit, der
Jahre lang dauerte und in den schließlich noch Salmasius
verwickelt wurde 254 ), als er wegen einer anderen Angelegen
heit mit H. in Differenzen geriet. 255 ) Inzwischen hatte H. im
Jahre 1638 durch Veröffentlichung von B.’s „Discours
politique sur Testat des Provinces des Pai's-Bas“ den Huf
B.’s zu schädigen versucht (s. o. S. 5); vgl. a I 766, sowie
Chapelains, Lettres, t. I, p. 276.
Über diesen Streit hat Jonckbloet 256 ) ziemlich ausführ
lich berichtet, so daß es hier genügen möge, auf einige wich
tige Punkte in diesem Zwiste aufmerksam zu machen. B.’s
Tadel richtete sich dagegen, daß H. in seinem Werk ein
Gemisch aus heidnischer und jüdischer Religion gäbe. Er
sagt: „J’ay seulement ä vous proposer un petit scrupule, et
je ne s§ay pas bien pourquoy Tisiphone est introduite avec
Mariamne, qui parle du Styx; du Cocyte et de 1’Acheron; ni
s’il se peut fornier un corps naturel de deux pieces si
differentes, que sont ä mon advis la religion Juifve et la
Payenne. Mon doute vient de mon ignorance, et non pas
de ma presomption ... “ (a I 173/74). „De overdreven ge-
hruik van mythologische cieraden — beter dit mishruik —
gaf aanleiding tot een pennestryd tusschen B. en H.“ lauten
Ten Brinks Worte.
Trotz dieser Zwistigkeit jedoch hegte B. stets noch
große Hochachtung vor dem Wissen und den Kenntnissen
des holländischen Gelehrten; so beteuert er all 173: „nostre
demeJe n’empesche pas que je ne l’estime tousjours infiniment.“
Vor allem freilich vor Ausbruch des Streites ist B. voll des
Lobes für H., wie aus vielen Stellen seiner Briefe, über
haupt seiner Schriften zu sehen ist; man vgl. a I 173/4,
219/20, 462, 734, 750, 766/7, 791, 793, 830/1, a II 531
u. and. Bitter beklagt B. es auch, daß durch seine in guter
Absicht verfaßten Bemerkungen über die Tragödie H. sich
habe beleidigt, zurückgesezt gefühlt; a II 675 erklärt B.: „Je
luy ay parle avec toute sorte de deference; je luy ay demande

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