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du Vair (1556—1621): Indem B. a II 633/4 über die
grammatischen und sonstigen sprachlichen Fehler der Schrift
steller des 16. Jahrhunderts redet, äußert er sich auch über
V. und Du Plessis-Mornay. Seine Worte lauten: .„Ni M.
Du Plessis, ni M. Du Vair ne sont pas deux Autheurs fort
reguliers. C’est une vice de leur Siede et non pas le leur;
car d’ailleurs ils valent infiniment Tun et l’autre. Sans les
chicaner, on peut les reprendre ;1 en une infinite d’endroits,
soit pour les mots, soit pour les locutions“. Genannt: a II 317.
Vauquelin de la Fresnaye (1567—1606): V. wird
a II 605, b 436, 449 erwähnt.
Fassen wir das Urteil B.’s kurz zusammen, so müssen
wir sagen, daß er nicht das geringste Verständnis für die
Bestrebungen der immerhin sehr anerkennenswerten franzö
sischen Literatur vor seiner Zeit gehabt hat, denn er hat
auf formalem Gebiete hauptsächlich die Ziele der Literatur
gesucht, und darin bot jene Zeit freilich nicht viel Bedeutendes;
ihm ist jene Zeit vor Malherbe, wie auch Boileau es in seiner
Art poetique ausgesprochen hat, als durchaus wild, roh
und barbarisch erschienen. Malherbe, welcher als erster
für eine formvollendete, regelmäßige Sprache — wenn auch
nur in der Poesie eingetreten war — hat dadurch sich B.’s
Anerkennung erworben; selbst Montaigne ist B. trotz seiner
schönen Sprache noch als zu unvollkommen wegen seiner
Dialekteigentümlichkeiten erschienen.
Kapitel V.
Balzacs Kenntnis der italienischen und der spanischen
Literatur und seine Urteile über dieselben. 23 °)
§ 1. Italien.
Italien, das Land, welches etwa 2V 2 Jahrhunderte die
leitende Stellung im westeuropäischen Geistesleben ein
genommen hatte, ist von großem, nicht zu unterschätzendem

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