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Mittelalters damals in gewisser Beziehung ein Prinzip, fast
ebenso ein Grund wie die Bewunderung des klassischen
Altertums. 223 ) Es schien unmöglich, den Kultus zweier so
entgegengesetzter Epochen zu vereinigen. Und wozu studieren,
was sich nicht der Mühe lohnte zu kennen? Die Unkenntnis
bezw. der altfranzösischen Literatur ist demnach eine Er
scheinung, welche aus der Zeit sich ergibt; es ist darum B.
auch kein persönlicher Vorwurf daraus zu machen.
Die einzige Ausführung B.’s über diese Epoche findet
sich a I 325, wo er die mittelalterlichen Romane für bloße
Fiktion hält 224 ); es heißt dort: „... les actions de Roland
et le Renaud qui n’ont este faites que sur le papier .. . “
Sogar der Rosenroman wird nicht erwähnt.
B.’s Interesse für die französische Literatur der früheren
Zeit beginnt erst mit dem Zeitalter Franz L, d. h. zu der
Zeit, wo durch die Renaissance die französische in ganz
neue Bahnen einlenkte, welche von dem mittelalterlichen
Geistesleben weit ablagen. So sagt er a II 560: „la Resur-
rection des Lettres (= en France) operee par la vertu et
par les miracles des Princes de Valois et de Medicis.“
Aber doch nur sehr geringschätzig klingen seine Äußerungen
über diese Zeit, vgl. a I 811 und a II 590.
Im folgenden seien nun die von B. erwähnten fran
zösischen Schriftsteller der Renaissance bis 1600 (d. h. solche,
die vor 1575 geboren sind) zusammengestellt; besonders
werden seine Urteile über dieselben in Betracht gezogen
werden:
Amadis de Gaule (1540/8): Dieser weitverbreitete, be
kannte Roman wird erwähnt: a I 657, a II 454, 460, 577,
638, b 604, a II 2 92, ohne daß B. jedoch eine genauere
Kenntnis desselben besessen zu haben scheint.
Amyot (1513—1593): Die so überaus wichtige Plutareh-
übersetzung des A. wird nicht ein einziges Mal erwähnt;
nur a II 260 finden sich einige Verse des Statius in der
Übersetzung des A. zitiert.
d’Aubigne (1551—1630): A. wird a I 911 lobend
erwähnt.

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