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seinem derben Witz, wie wir oben gesehen, nicht besonders
sympathisch gegenüber steht; den Terenz dagegen hat er in
weit geringerem Maße zitiert, trotzdem er die Reinheit seiner
Sprache so sehr gelobt hat. Und wie B.’s Kenntnisse der
römischen Literatur, so sind auch seine Urteile über dieselbe
nicht allzubedeutend, nicht allzu tief: teils überschwengliche
Lobeserhebungen, indem er seine unverhohlene Bewunderung
zeigt, teils tadelnde Bemerkungen, indem ihm irgend etwas
nicht gefällt; beide aber zum großen Teile wenigstens —
wenn auch zugegeben werden muß, daß vereinzelte, richtige,
treffende Kritiken sich finden — nichtssagende, oberflächliche
Äußerungen, welche beweisen, daß er eine tiefere Fähigkeit
zur Kritik nicht besessen, jedenfalls in seinen Schriften nicht
angewandt hat. Hinzu kommt, daß seine Kritiken sich
meistens auch nur auf die Sprache, den Stil beziehen. Zu
einer pragmatischen Betrachtung der römischen Literatur
geschichte hat er sich nicht zu erheben vermocht. Immerhin
hat er weit mehr Verständnis unzweifelhaft der römischen
als der griechischen Literatur entgegengebracht; daß er die
enge Abhängigkeit der römischen Autoren von den Griechen
nicht erkannt hat, darf man ihm nicht als Vorwurf anrechnen.
Kapitel III.
Balzacs Kenntnis dev christlich-griechischen und
christlich-lateinischen Literatur bis zur Renaissance und
seine Urteile über dieselben.
Nach der vorhergehenden Betrachtung der profanen
Literatur, d. h. derjenigen griechischen und lateinischen
Autoren, welche auf dem Boden des Klassizismus vom Stand
punkt des Altertums aus geschaffen haben, wenden wir uns
nun zu den griechischen und lateinischen Autoren der christ
lichen Sphäre, d. h. zu denen, welche auf dem Boden des
späteren Altertums vom Standpunkt des Christentums aus

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