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Titus Livius (59 v. — 17 n. C.): a I 388 zitiert B.
' die Wortverbindung „laureatae litterae“ (Liv.45, l)und a II105
den Senatsbesclduß, welcher die bisher Philipp von Make
donien untertänigen griechischen Staaten für frei erklärte
(Liv. 33, 32, 5).
Bezug genommen wird auf Liv. 1, 24 und Liv. 38, 36 —
all 706; die 1. Dekade hat B. gelesen, wie hervorgeht aus
a I 223, a II 456 und vor allem aus a I 769/70, wo er ver
sichert, den ganzen Livius zum zweiten Male gelesen zu haben;
den Verlust der 2. Dekade beklagt er aufs lebhafteste a II 411.
Es soll ihm, wie B. a I 690 und a II 422 bemerkt, das Werk
des L. neben dem des Polybios bei seiner Schilderung des
Römerideals in „Le Romain' 1 als Quelle gedient haben.
B.’s Urteile über L. sind durchaus anerkennend und
auch aufrichtig empfunden. Von allen römischen Geschicht
schreibern bewundert und verehrt er L. am meisten. Bemerkt
mag hier das Urteil B.’s über die Geschichtschreibung im
allgemeinen werden. Von einem idealen Geschichtschreiber
verlangt B , wie er a II 565 bemerkt, „une Grandeur, qui
ne soit pas monstrueuse; une Hardiesse qui soit sage; de la
Force adoucie, et de la Beaute modeste; des Ornemens non
seulement permis et de bon exemple, mais aussi necessaires
et employez sans profusion; En un mot .... le Charactere
de Tite Live, et le juste temperament d’esprit, qui forme la
parfaite expression des choses, et la noble maniere d’escrire.“
Er tritt somit, wie er auch an anderer Stelle (a I 769/70)
äußert, der Ansicht Cliapelains entgegen, welcher einen „austere
et tetrique Historien“ verlangt, nennt dieselbe „une idee
purement spirituelle qui s’est apparue ä vous en vostre cabinet,
et qui ne se trouve point en la nature des choses,“ und
bemerkt, daß in der von Chapelain verlangten Weise kein
einziges Geschichtswerk des römischen Altertums, um von
den griechischen Historikern ganz abzusehen, geschrieben sei.
Freilich sagt er sodann aus Nachgiebigkeit gegen seinen
Freund: „.. . en effet je suis de vostre opinion, et voudrois
escrire l’Histoire comme vous la desseignez,“ fügt aber sofort
hinzu: „quoy que je sois bien-aise de la lire comme T.-L.
l’a escrite;“ einige Zeilen vorher sagt er über L.: „il m’a

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