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Nachtrag. 
Nachträglich wurde mir eine Mkl. von Lydgate bekannt, 
welche im Dict. of Nat. Biogr. unter seinen “devotional poems“ 
als Nr. 5 verzeichnet ist, und von welcher mir Herr Prof. Holt 
hausen freundlichst eine Abschrift von Mrs. V. Furnivall nach 
Ms. Harl. 2255 zur Verfügung stellte 1 ). 
Sie zählt 18 Strophen und zwar, wie die etwa gleichaltrigen 
Mkl. A und B, im Versmaß der „Mönchsstanze“ ab pb bc bc. 
Wie A und B hat sie einen Refrain, der bis auf die letzten Worte 
mehrfach variiert wird ; am häufigsten lautet er: “. . . to see my 
sone thus nailed to a tre“. Trotz des ein paar Mal störenden 
gelehrten Beiwerks übertrifft sie manche andere me. Klage an 
Empfindungstiefe. Daß ihr Verfasser ein wirklicher Dichter war, 
zeigt uns die Art, wie er seine Quelle benutzte, sich von ihr an 
regen ließ. Originell, so weit ich sehe, sind in der Tat nur 
einige Strophen, wesentlich die zweite Hälfte; für das Übrige 
darf der nun schon so oft als Quelle angeführte Bernhardstractat 
als Vorlage gelten. Meist hat Lydgate Gedanken aus ihm aus 
geführt, mehrfach aber auch Wendungen unverändert übernommen. 
Außerdem hat er noch einige andere Gedanken biblisch-theo 
logischer Herkunft verwertet. 
l,i. [O,] who shal give vnto myn heed a welle 
Of bitter teerys, my sorwes to compleyne, 
Or a gret conduit of trowbly wat[r]is feile, 
Doun to distille fro myn eyen tweyne ... und 
l ) Der Text wird später in einer Zeitschrift veröffentlicht werden; die 
I. Str. hat Koeppel im A. f d. A. XXIV, 54 gedruckt. Zur Überlieferung 
vgl. Anglia XXVIII, 17. — Die beiden Drucke der Mkl. (cf. D. N. B.) waren 
mir nicht zugänglich, ln den Citalen sind bereits einige Etnendationen von 
Herrn Prof. Holthausen verwertet.
	        

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