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des Sohnes Auferstehung zu trösten; 1 ) sie wird gewährt. Ihr zu
erst erscheint der Auferstandene und begrüßt sie mit dem in so-
vielen Hymnen wiederklingenden „Salve, sancta parens!“ (cf. W
117). Wie die Abschiedsscene in Bethanien, so beruht auch
diese Wiedersehensscene auf dem unerschöpflichen Werke Bona-
venturas, dessen Glanzpunkte sie beide bilden.
Den breitesten Raum im Rahmen ihres Passionsspieles
nehmen von den Klagen dieser Art die des Digby-Spiels vom
Begräbnis Christi (T) ein. Dies ganze Stück 2 ) besteht eigentlich
nur aus Klagen der Teilnehmer Joseph von Arimathia, Nicodemus,
Johannes, Maria „Virgo“ und der drei Marien, und diese Klagen
werden z. T. in dem sich daran anschließenden Auferstehungsspiel
fortgesetzt oder rekapituliert. Die Planctus der “Marye virgyn“
umfassen gegen 300 Verse; das größte zusammenhängende Stück
(612-791) beruht auf dem B.-Tr., wie ich zeigen werde; derselbe scheint
auch für die vorhergehenden Klagen die meisten Gedanken geliefert
zu haben und überhaupt die Grundlage der ganzen Begräbnisscene
dem- Dichter an die Hand gegeben zu haben: Maria versetzt durch
die Äußerungen leidenschaftlichen Schmerzes die Freunde, die
ihren Sohn begraben wollen, in große Sorge und hindert sie
geradezu eine Zeit lang an der Bestattung (cf. B.-Tr. 191 ff.).
Ich gebe nun fortlaufend die speciellen Entsprechungen.
,456) Stonde still, frendes! hast ye not soo !
Im B.-Tr. (278 ff.: Nolite eum, quaeso, tarn cito tradere
sepulturae etc.) und der so häufigen Klagestrophe (cf. lat. V:
„Sustinete paululum etc.“ sucht Maria das Begräbnis hinzuzögern.
487) This wofull moders sorow who cane itt expresse,
To se hir own chyld sleyn . . ?
Yit myn own swet son, your woundes wold I kysse,
487 f.) B.-Tr. 238 f.; Dicat qui potest, quae doloris immen-
sitas tune maternam animam cruciabat.
489) cf. lat. V (s. zu 4561) : Sustinete paululum, ut . . . filium
deosculer . .
*) Ihre wenigen Worte beim Begräbnis (S. 366 f.) erfordern keine
Erläuterung.
s ) Über seinen Charakter vgl. Schmidt: Digby-Spiele 3. AngliaVIII, 393.

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