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So schuld he sey, J>at myght myn hurte see = Dig. 6411 f.: 
qui la plaie bien verroit, Plus que martire nie diroit). — Einen 
Abschnitt des Originals hat H. ohne ersichtlichen Grund ausgelassen 
(6473—92), eine Klage Mariae, Jesum nicht erreichen, herzen 
und küssen zu können (cf. B.-Tr. 179 ff.). Judas habe ihn doch 
küssen dürfen (cf. engl. T 690 tf.). Auch ein Wortspiel bei 
Dig. läßt der Übersetzer fort, aus der Not eine Tugend machend 
(6591 lf.); er setzt dafür einen Vergleich der hilflosen Maria mit 
einem steuerlosen Schiff ein (222 ff.). — Andere Zusätze stelle 
ich hier mit einigen Erläuterungen und Parallelstellen zusammen. 
2. (Dig. 6362 ff.) I wend . . . have had for euere Joye — 
daß Maria dauernde Freude von ihrem Sohn erwartete, spricht 
sie fast mit denselben Worten in der Prosaklage X (458,29) aus: 
I wende forto haue had many ioyes cf. it. XII: aspettavo da te una 
grän festa. Aber ihre Freude ist zu Schmerz geworden — so 
klagt sie (bisweilen an Gabriel gewandt) oft, z. B. im B.-Tr. 218 ff.: 
Ubi est illudgaudium... quod in tua... Nativitate habui? . . in quantum 
dolorem . . . versum est illud . . . ? Greban (franz. V) 27 177—84 ; 
Towneley Plays XXIII, 441 f.; X 455,26; Lydgate 4, 1—2; it. LI 
S. 92 und sonst sehr häufig. 
6.—7. (Dig. 6387 ff.) Die Anrede an Elisabeth ist bei weitem 
nicht so häufig wie die an Gabriel; sie findet sich auch in it. XII. 
Die von Maria citierten Worte der Elisabeth (?) sind wohl mit Luc. 1,42 
(benedictus fructus ventris tui) zu identifieieren. — Nicht der frz. 
Quelle entnommen ist der an ein Sprichwort erinnernde Gedanke, 
Maria habe zu früh, am Morgen, frohlockt und müsse nun, am 
Abend, weinen. 
8. (Dig. 6403 ff.) Das Schwert, das nach Simeons Prophezeiung 
Marias Herz durchdringt, ist die Waffe, die Christus durchbohrte : die 
bekannte in den mittelalterlichen Darstellungen übliche Interpretation 
des Wortes, cf. nur B.-Tr. 144: mater erat percussa cuspide teli, 
quo membra Christi servi foderunt; ßa/.Xti Tr t v y.uqöCuv fj,ov ij 
Xoyxv a °V Meriaia Oct. (Venedig 1873.) S. 140. 
11. Maria küßt den kleinen auf ihrem Knie sitzenden Jesus; 
ein nicht in der frz. Vorlage enthaltenes, in England übrigens 
sehr beliebtes Bild (cf. A). 
12. (Dig. 6439 ff.) Maria nimmt an der Nacktheit des Ge-
	        

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