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aab aab reimen. — Diese Quelle, die den Dichter angeregt hat,
ist lat. IV (Str. i—3, 5—7), von dem wir oben (S. 5) schon
mehrere Bearbeitungen als Zeichen seiner Verbreitung anführen
konnten. — Der von Holthausen gegebene Vergleich der Vorlage
mit F erschöpft diese Frage; daß man über einige specielle Ent
sprechungen anderer Meinung sein kann, beweist nur, daß der
Dichter der Quelle nicht sklavisch folgte, sondern in ihrem Geiste
schuf —- hat er doch weit über jene hinaus sein Gedicht fort
geführt. Wenn er Anregung und eine Anzahl Gedanken aus der
Vorlage schöpft, so hat er andere, aber im Verhältnis zur Länge
des Gedichtes wenige, der Tradition entnommen.
7. wird Christi Wort (Matth. VIII, 20; Luc. IX, 58): „Vulpes
foveas habent et volucres coeli nidos; filius autem hominis non
habet, ubi caput rechnet „auf den Gekreuzigten angewandt.
Es ist nicht selten in dieser Beziehung gebraücht, und nicht nur
in England'), aber hier besonders oft. Unter G komme ich auf
diese Verwendung des Wortes zurück, ebenso auf die Darstellung
der Kreuzaufrichtung, welche die Henker zu einer grausamen
Marter Jesu machen, sowie auf dessen Schilderung, wie er am
Kreuz hängt (Str. 25).
8. Marias vergebliches Bemühen, den Sohn zu erreichen,
erzählt ähnlich der B.-Tr. 172 ff., dies und ihre Zuriickdrängung
durch die Juden die Vita metrica an den entsprechenden Stellen 2 ),
während bei Bonaventura (lat. XIV) ihre gewaltsame Trennung
von ihrem Sohn unmittelbar vor dessen Kreuzigung fällt, und
im Ev. Nie., in den York- und Towneley-Spielen ihre Begegnung
während der Kreuztragung so beendigt wird. — Maria wird von
den Juden durch “games“ und “gaudes“ verhöhnt; eine Tradition
weiß sogar von einem Tanz um das Kreuz (Coventry Plays 3 ),
Aisfelder 3 ), Egerer und Augsburger Passionsspiele, Unser Vrouwen
Klage); cf. auch H 429.
%
13—14. Vgl. 2. Mos. 12,3—8.
*) Auch Trierer Mkl. 268, 13 ff. und Bordesholmer Mkl. 218 ff.
2 ) Die Zuriickdrängung vom Kreuz erzählt das Ev. Nie. X und Z 317 ff,
8 j Nach Creizenach I, 201.

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