25
corumet hymnorum“, dem auch E zugehört, legt nichts ein
traurigeres Zeugnis ab, als die Parallelstellensammlung, die Zupitza
(Archiv LXXXIX ff. — für E LXXXXV, 403) dazu giebt: immer
dieselben Gedanken kehren in Rymans Gedichten wieder, immer
derselbe Ausdrucksschatz. — Unser Dialog zählt 8 Strophen, im
“royal rhyme“ (ab ab bcc) (wie auch I, K, L); Maria und Jesus
sprechen abwechselnd immer je zwei.
Das Gedicht enthält kaum einen eigenartigen Gedanken;
der Inhalt der ersten Strophen ist in der Situation gegeben. Jesu
erste Erwiderung (Str. 3 —4) kennen wir inhaltlich schon aus D
und dessen Verwandten. Die “unkyndnesse“ der Menschen wird
bei Ryman wie überhaupt in der jüngeren Passionsdichtung sehr
oft getadelt (cf. Heuser a. a. O. S. 125 ff.). Naheliegend, wenn
auch in dieser Form mir sonst nicht bekannt, ist Mariä zweite Frage:
Warum leidet der Himmelskönig für seine Feinde? (Str. 5) —
Um die Schrift zu erfüllen (cf. B.-Tr. 119 f.: quomodo ergo im-
plebuntur scripturae r); denn es ist meines Vaters und mein Wille
(Str. 7). Ebenso spricht er am Kreuz zu Maria in dem schönen Hymnus 1 )
,,Veni coronaberis“ (EETS. OS. 24 S. 1) V. 54 f.: “Moder,
{)ou woost J)is is as y wolde“ (cf Jes. LIII, 7 ; Oblatus est, quia
ipse voluit).
F * 2 ), ein Disput Mariae mit dem Kreuz, gehört zu dem
schönsten me. Mkl., überhaupt Passionsgedichten. Entstanden ist
er (nach Brandl Grdr. II, 1 S. 642) gegen Mitte des 14. Jh. im
südwestlichen Mittelland, dessen Lyrik sich derzeit durch einen
eigenartig schwärmerischen Zug und Farbenreichtum (Brandl
a. a. O.) auszeichnet. — Das Gedicht zählt 40 i3zeilige Strophen
mit dem Reimschema ab ab ab ab cdddc; nur Str. 1 und 40 reimen
aab aab aab aab cdddc. Holthausen vermutet, daß hier eine
Anlehnung an das Metrum der lateinischen Quelle vorliege, deren
Strophen, mit Ausnahme von 9—10 (cf. Dreves a. a. O.), aab
') Viel verdankt er dem Hohenlied.
2 ) Nachweis der Quelle und ähnlicher Dichtungen, sowie Kritik der
Hss. und Textbesserungen gab Holthausen Anglia XV, 504 und Archiv CV, 22.
Vgl. auch Ten Brink I, 364.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.