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Gemäss den Aufzeichnungen von Claisen verfuhr ich so,
dass das sehr gut (im Vakuum) getrocknete Salz 1 ) in Toluol
suspendiert und diese Mischung im Wasserbade schnell auf
100° erwärmt wurde. Zu der heissen Flüssigkeit gab ich die
theoretische Menge Benzoylchlorid auf einmal zu und setzte das
Erwärmen auf dem Wasserbade (am Rückflusskiihler) nach Be
endigung des sehr heftigen Aufsiedens noch ca. 20 Minuten
fort. Nach dem Erkalten wurde die Toluollösung mit Wasser
versetzt, wiederholt mit Sodalösung geschüttelt, dann über CaCL
getrocknet und schliesslich durch Erwärmen im Vakuum vom
Toluol befreit. Die zurückbleibende braune Masse erstarrte nach
dem Erkalten fast völlig; sie wurde auf Ton abgepresst und
aus Alkohol umkrystallisiert. Trotz, vieler, teilweise etwas ab
geänderter Versuche gelang es mir nicht, auch nur Spuren des
Dibenzoats auf diese Weise zu erhalten; es schien nur Mono
benzoat entstanden zu sein.
In ziemlich guter Ausbeute habe ich dagegen das erwähnte
Dibenzoat durch Anlagerung von Benzoesäure an das Mono
benzoat in der Hitze gewinnen können:
CH 3 - CO-CH = CH— (0—CO— CoH») -f HO-CO - GH* =
CH 3 - CO—CH s -CH—(O-CO—GHs) 2 .
Ich verfuhr dabei in folgender Weise: 7 g Monobenzoat
wurden mit ca. 10 g Benzoesäure im Reagensrohr 2 Stunden
auf 140 n im Ölbade erhitzt. Nach dem Erkalten wurde die
fein zerriebene Schmelze mit einer reichlichen Menge Äther
aufgenommen und dieser zur Entfernung der überschüssigen
Benzoesäure wiederholt mit Natriumkarbonatlösung ausgeschüttelt.
Nach dem Trocknen der ätherischen Lösung über Chlor
calcium schieden sich beim Verdunsten verschieden geformte
’) Vielleicht erklären sich die Unterschiede zwischen meinen und den
früheren Beobachtungen dadurch, dass ich sehr sorgfältig getrocknetes Salz
anwandte, während früher möglicherweise ein von Wasser oder Alkohol
nicht völlig befreites Salz benutzt worden war. Das Salz nimmt nämlich
bei mehrtägigem Verweilen im Vakuum über Schwefelsäure allmählich sehr
an Gewicht ab.

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