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Über die Beziehung der so ermittelten Dichte zu den in der Erdkruste
vorhandenen störenden Massen ist folgendes zu sagen: «*
Jeder bestimmten Annahme störender Massen entspricht eine ganz be
stimmte Dichtigkeit. Für gewisse Fälle wird man aus der Richtung der
Kraftlinien, wie sie die magnetische Achse des störenden Gesteins umgeben,
und den hieraus sich ergebenden Vertikal-Komponenten die Verteilung der
Oberflächen-Dichte sich annähernd konstruieren können, da gerade die
Z-Komponente den Hauptbestandteil von 6 ausmacht.
Ist nämlich die Magnetisierung eine derartige, dass die resultierende
magnetische Achse horizontal unter der Erdoberfläche liegt, so wird die Nord-
und Südmagnetische Dichte sich symmetrisch zur scheidenden neutralen Zone,
die in der Mitte als Gerade auftreten wird, um die Pole gruppieren; die
Linien gleicher Oberflächen-Belegung werden ellipsenähnliche Formen haben.
Steht die magnetische Achse senkrecht zur Oberfläche, so wird, wenn
der Südpol nach oben gekehrt ist, sich über ihm eine starke südmagnetische
Dichte geltend machen; die Linien gleicher Dichte werden Kreise, während
die Dichte selbst nach den Seiten hin abnehmen wird, gleich Null werden
und in nordmagnetische übergehen wird; diese wird bald ein geringes Maximum
erreichen und von hier wieder langsam abnehmen.
Kombinieren wir beide Lagen, so erhalten wir den Fall einer schräg
liegenden magnetischen Achse. In Karte, VI ist dieser Fall für eine Neigung
von 30° in schematischer Weise dargestellt. Südmagnetische Dichte ist nach #
unten, nordmagnetische nach oben abgetragen. Man bemerkt, dass über dem
nach oben gekehrten Südpol sich erstere stark ausprägt; nach beiden Seiten
hin abfallend geht sie in nordmagnetische Belegung über, die über dem
Nordpol ein ausgeprägtes Maximum erreicht, auf der entgegengesetzten Seite m
ein ungleich schwächeres; von hier nimmt die Dichte dann langsam ab, um
sich asymptotisch der Null zu nähern.
Bei diesen Betrachtungen ist aber wohl zu beachten, dass der umgekehrte
Weg im allgemeinen nicht beschreitbar ist. Vielmehr ist eine bestimmte
Anordnung der Oberflächen-Dichte auf unendlich mannigfache Art hervorzurufen.
Wohl aber kann man, wenn die Lagerung der störenden Schichten bekannt
ist, aus der Verteilung der Oberflächen-Dichte gewisse Schlüsse auf die Ver
teilung des störenden Magnetismus ziehen. Je grösser die Differenz o — ausfällt, um so stärker magnetische Massen werden sich unter der Erdober
fläche befinden. Man erkennt leicht, dass diese Art der Darstellung auch für
hüttentechnische Zwecke von Bedeutung sein wird; z. B. beim Aufsuchen von
Eisenlagern.
Wie sich diese allgemeinen Erörterungen in unserem Untersuchungsgebiete
am Ottilienberge gestalten, wird auf S. 24 gezeigt werden.
Zunächst werde die Art der Berechnung von ö gezeigt. Um die Differenz
(V — V 0 ) zu berechnen verfahren, wir folgendermassen:
Es sei ds eine Strecke der Erdoberfläche, H die mittlere dort herrschende
horizontale Komponente des Erdmagnetismus, £ der Winkel zwischen H
und ds; dann ist

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