Aufs meer!, sondern: Ubers meer!, nach Amerika, wo hunderte von
Föhringen ihr glück suchen 1 .
III. Stammheitliche und historische bemerkungen.
Wahrscheinlich ist es selten so schwierig, die herkunft eines
Stammes zu bestimmen, als in diesem falle. Nur spärlich und unklar
fliessen die nachrichten einer dunklen vorzeit der deutschen nordsee-
küste und ihrer bewohner. Eine ganze reihe von hypothesen ist zwar
aufgestellt, doch hat keine allgemeine anerkennung gefunden. Darum
darf ich die Streitfrage nicht umgehen, will mich aber auf eine kurze
betrachtung der litteratur beschränken. Vielleicht lässt sich am Schluss
ein weg angeben, der zu gesicherten resultaten führt.
Wie stark die ansichten der einzelnen forscher auch von einander
abweichen, sie lassen sich deutlich in zwei gruppen scheiden. Die eine
gruppe behauptet, die Föhringen und mit diesen die Amringen, Sildringen
und Helgoländer, sind in abstammung und spräche identisch mit den
Nordfriesen der halligen und des festlandes. Die zweite gruppe leugnet
zwar die enge Verwandtschaft mit den Nordfriesen nicht, doch glaubt sie,
den bewohnern der genannten vier insein auf grund sprachlicher oder
ethnographischer argumente eine besondere Stellung anweisen zu müssen.
Haben jene ersten forscher recht, so fällt unser problem mit der
frage nach der abstammung der Nordfriesen zusammen, die nun, ab
gesehen von starken individuellen abweichungen, zwei entgegengesetzte
beantwortungen gefunden hat, nämlich a) die Nordfriesen seien Urein
wohner in ihrem gebiet; b) sie seien aus den sitzen ihrer südlichen
stammesgenossen, der Ost- und Westfriesen, eingewandert. Über das wie
und wann dieser einwanderung herrschen die denkbar grössten meinungs-
verschiedenheiten und oft sehr vage Vermutungen. Ernstlich in betracht
kommen die ältesten Zeugnisse bei Helmold und Saxo Grammaticus 1 2 .
1) Über die beschäftigung der Föhringen haben gehandelt 0. Nerong, Föhr
früher und jetzt und Die insei Föhr; Chr. Jensen, Die nordfriesischen insein.
2) Ausser der bei Bremer, P. G. III 2 , 848 angegebenen litteratur vgl. zu a) noch
Outzen, Glossarium der friesischen spräche, Kopenhagen 1837, Vorrede s. XV; Über
die ältere und neueregeschichte unserer Nordfriesen, Kieler blätter V, 253 — 292. Er
hält auch Dithmarschen für altes friesisches gebiet; vgl. Über die friesische abstam
mung der alten Dithmarschen, Kieler blätter II, 65 — 132 und Ausführliche erhärtung
des beweises von der friesischen abstammung der Dithmarscher, hauptsächlich aus
den noch übrigen zahlreichen spuren in der spräche, Staatsbürger! magazin I, 238
bis 288; II, 758—773; III, 99—118. Seine beweise sind nicht überzeugend. Vgl.
ferner Falck, Handbuch des Schleswig-Holsteinischen privatrechts, Altona 1825,1, 215;
Waitz, NordalbiDgia, Nordalbingische Studien I, Kiel 1844, 1 und anm. 2; Schleswig-

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