Full text: Der Lautstand der föhringischen Mundart

48 
p c ysti (nd.p'üsty) blasen, ry% (ags. ahd. ruh) rauh, rym (afr. ags. rum) 
raum, rymha’rt (ags. rUmheort) hochherzig, ryt (ahd. rüta, lat. rüta) 
fensterscheibe, rytet karriert, sbyt Speichel, sbyti (me. spouten) spucken, 
sdryk (mhd. strüch, ndl. stmik) 1. in kUo'lsdryk stiel einer kohlpflanze, 
2. bedauernswerter mensch, sgyl (afr.skül) schütz gegen schlechtes wetter, 
sgym (afr. *skum, ahd. sküm) schäum, slyt (afr. slüta, ags. slütan) schliessen, 
—■ n 
snyt (nd. snUt, ndl. snuit) schnauze, syp (afr. sUpa, ags. sUpan) saufen, 
sypf, sy’pfan säufer, sytp (afr. süter, ags. sütare) schuster, tyl (vgl. 
Outzen 367 title, fülle, Kohbrok, Lautstand des -gebiets s. 44 tu\n) 
mund, f ym (afr. thüm, ags. [turn) daumen, yt (afr. ags. Ut) aus, ytn 
äussern. 1 
3. wg. auslautendes 0 > anglo-fries. u (vgl. Siebs, P. gr. I 1 2 , 1224): 
hy (afr. ags. hu < *hwö) wie, ley (afr. ku, ags. c®, as. ko) kuh. 
4. wg. iu. Das i ist infolge accentwechsels geschwunden, hat 
aber palatalisierung des vorhergehenden consonanten hinterlassen (vgl. 
§ 19, 3, c), während u (ausser vor stimmlosen consonantengruppen, vgl. 
§ 19, 3, c, 1) gedehnt (vgl. Siebs* P. gr. I 2 , 1235) und wie altes ü zu y 
wurde, das vor stimmlosen consonanten später kürzung erfuhr: byst 
(afr. *biust, ahd. biost) biestmilch, It yk (afr. *kiuken, got. *kiukein) küch- 
lein, syklt (zu afr. siak, ags. seoc siech) siechen, tygj% (afr. *tiuch) zeug. 2 
1) Vereinzelt erscheint y statt y (vgl. § 28, 1) in ursprünglich offener silbe 
vor stimmhaften consonanten: dyn, (afr. düria, lat. dürare) dauern, glyn, (nd. glürn, 
ne. to glower) starren, stieren, pyh (mnd. pule hülse, nd. püln) pflücken, ytpyli 
aus den hülsen nehmen, sgynu (zu sgym) schäumen, t'yh (zu tyl) murren, launisch 
sein. — ü muss auch für fryyt (lat. fruetus) frucht, früchte vorausgesetzt werden. 
2) Wahrscheinlich durch einfluss des v erscheint y in vyf, vy'fhöd (afr. ags. 
wif) weih, frau, sivymi (afr. *swlma, sivoma, nd. swim) ohnmächtig werden. — 
y haben noch folgende beispiele: gysi giessen, in strömen regnen, hydrki vor kälte 
beben, k'lyftiy, (vgl. Outzen 164 klüftig) witzig, scherzhaft, p'yk (vgl. Outzen 257) 
fein, sauber, pyts kleiner topf, sdyh% schön, hübsch, sdyhghäoid Schönheit, sdi/lc 
häufe ret oder torf, sdyki in häufen aufstellen, sdyt erstes und letztes stück vom brot, 
sgynu mit schönen kleidern prunken, sgyt tuch (in zahlreichen composilis, z. b. 
hö'dsgyt kopftuch, hö'nsgyt handtuch), syruj sparsam, syru^i sparen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.