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c) afr. iu in geschlossener silbe. Das i ist infolge accentwechsels
geschwunden, hat aber den vorhergehenden consonanten palatalisiert.
Afr. iu > fö. o entspricht daher:
1. wg. iu (vgl. Siebs, P. gr. I 2 , 1235 — 36): floxst, floxst, floxt,
floxt 2. und 3. pers. sing, praes. zu fle fliegen, k'ropst, k’ropt (zu kfrep
kriechen), loxt, loxt (afr. *liuchta, got. *liuhtjan) leuchten, loxtr, loxtr
leuchter, lo'xtpnän, lo'xtrmäon irrlicht, loxsl, loxst, loxt, loxt (zu feg
lügen), t/oxst, tyoxt (zu t/i ziehen). 1
2. wg. e, das im afr. vor hs, ht brechung zu iu erfuhr (vgl. Siebs,
P. gr. I 2 , 1194, 1198; über die ags. brechung zu eo vgl. Bülbring, Alt-
engl. elementarbuch, § 133 und Sievers, Ags. gram. 3 , § 83): noks (afö.
*niuks, ags. meox, got. maihstus) mist, roxt (afr. riucht, ags reoht)
recht, soxst, soxt (< *siuhist, *siuhip) siehst, sieht, f/oksl (afr.
*thiuhsle, ahd. dehsala) beilhacke, t/olcsli mit der beilhacke abhauen.
3. wg. i, das vor u, w der folgesilbe zu afr. iu umgelautet wurde
(vgl. Siebs, P. gr. I 2 , 1197): jorik (afr. diunck) dunkel, jotpa dunkel
werden, sdo^k (afr. *stiunka) stinken, so% (afr. siunga, sionga, got.
siggwan) singen, vontr (afr. tvinter, * munter, got. ivintrus) winter.
§ 20. u.
Jedes u ist aus älteren ü < ö gekürzt (vgl. Bremer, Nd. jb. XIII,
9, 16, 17) und hat folgende entsprechungen:
1. wg. a:
a) wg. a vor nasal > afr. o, das vor mb, nd und zum teil vor
ng gedehnt wurde, ist afö. ü, das in geschlossener silbe jüngere kürzung
erfuhr (vgl. Bremer, Nd. jb. XIII, 6, Siebs, P. gr I 2 , 1180): fug (zu fu
< *fanhan) ernte, for a fug t'ögki erntedankfest feiern, fnniji (afr.
fandia, ags. fandian) krankenbesuch machen, gug, (afr. gunga, ags.
gangan) gehen, fu lclar gug toben (von der see), gug gang, steig,
gu'gfred schritt, a'mgug 1. Umgang, verkehr, 2. epidemische krank-
heit, a'mgug 1. verderben (von speisen), 2. herumgehen, 3. entbehren,
tyra'dgug (volksetymologische Umbildung aus bra'dgum) bräutigam, fß'rgug
spuken, e'ftrgug nach dem tode erscheinen, e'ftrgugf erscheinung
eines verstorbenen, ü'ngug angang; hun (afr. ags. hond, band) hand,
fäo'nhun rechtes wagenpferd, fu'hun linkes Wagenpferd; lcum (afr.
bomb, kamb, ags. comb, camb) kämm, Je rum (ndl. kram, ahd. krumpf)
haken, k c ugkf (vgl. Outzen 173 kunker, mhd. kanJcer, nhd. dial. kanker)
1) Die formen mit nicht palatalisiertem l sind aosdringisch und wahrscheinlich
durch nd. einfluss entstanden. Daneben sind auch die formen mit l noch gebräuch
lich. — Über a vgl. § 16, 2, b, anm.

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