Volltext: Der Lautstand der föhringischen Mundart

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In Sätzen, die zorn und entrüstung ausdrücken, beträgt das inter- 
vall ebenfalls eine sexte: 
dybe: stoxroxtsonswa • llcpmnist! 
(Du bist doch recht so ein herumtreiber in nacht und nebel!) 
(jo:dbiväo’nmanaskl! vathe:stomösny• doxvcdrfo: l! 
(Gott bewahre, Askel, wie hast du den arsch nun doch wider voll, d. b. wie bist 
du nun doch wieder betnrnken! Aus Arfsten sin Düntjis s. 27.) 
==3=4-j—L-±-Hj I -U-r-'UJ I I 4^^: 
♦♦ ^ ^ ^ - 
Bei freude oder Verwunderung hebt sich die stimme ebenfalls um 
eine sexte: näonäo:nvathedvidid• rdoxnet! 
(wörtlich: nein, nein, wie hatten wir es da doch nett!) 
WiFiP 
§ 15. Quantität. 
Die quantitäten sind in der lebendigen rede sehr mannigfaltig. 
Nicht nur sind die laute in den verschiedenen Wörtern verschieden, wie 
etwa in drtv und yrip das sondern sogar in demselben wort ist der 
selbe vocal bald kürzer bald länger. Das richtet sich nach den jedes 
maligen besonderen Verhältnissen, unter denen das wort erscheint, ob 
es in leidenschaftlich erregter Stimmung ausgesprochen wird oder nicht, 
ob es flectiert oder unflectiert ist, in betonter oder unbetonter Stellung 
steht. Abgesehen von allzu kleinen Schwankungen kann man in der 
föhringschen mundart deutlich sechs grade der dauer unterscheiden: 
überlänge, länge, halblänge, halbkürze, kürze, überkürze. 
1. Überlänge steht in einsilbigen Wörtern, die auf einfachen, 
stimmhaften consonanten ausgehen: bwm (bäum), (äuge), bllv (bleiben), 
driv (treiben), srfeg (stechen), //reg (brechen). 
2. Länge erscheint in den flectierten formen dieser Wörter, aber 
auch sonst vor stimmhaften wie stimmlosen consonanten: bümp (bäume), 
ügen (äugen), fubliven(bleiben), tu drivcn (treiben), tu sde^en (stechen), 
tu brüten (brechen), sdöpi (stopfen), hös (strumpf), tylsk, fisk (deutsch). 
3. Halblänge entsteht aus länge in nebentoniger Stellung. Halb 
lang sind auch die ersten componenten in ia, üd, di, ai, gi und um: 
bim (bein), üor (ohr), säi (nähen), sbüai (wahrsagen).
	        

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