Volltext: Der Lautstand der föhringischen Mundart

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gaumens legt, so dass die ganze zunge sich beträchtlich liebt, und die 
seitlichen Öffnungen bedeutend verengt werden. 
Mit l bezeichne ich ein l mit gutturaler klangfärbung. Die zunge 
ist etwas zurückgezogen und articuliert ein wenig weiter hinten. 
I ist das interdentale /. Die Zungenspitze schiebt sich zwischen 
die vorderen reihen der ober- und unterzähne. 
r. In der föhringischen mundart kommt nur das alveolare r vor. 
Der exspirationsstrom versetzt das an die alveolen der oberen schneide 
zähne lose angelegte zungenblatt in intermittierende Schwingungen. Die 
articulation des r kann man als mittelstark bezeichnen. Im an- und 
inlaut ist sie energischer als im auslaut. Man könnte versucht sein, 
das auslautende r selbst als vocal aufzufassen. Oft ist es kaum mög 
lich zu sagen, ob es mehr consonantischen oder vocalischen Charakter 
hat. Dennoch kann ich mich nicht entschliessen, es als vocal zu be 
zeichnen. 
§ 8. Die nasale: m, n, », r, rp 
m ist der bilabiale nasal. Die lippen sind fest geschlossen. 
n ist der alveolare nasal, der gebildet wird, indem sich der vordere 
zungenrand und ein teil der vorderzunge fest an die alveolen der oberen 
schneidezähne legen. 
Neben dem alveolaren n kommt im vvs. noch ein dentales, v, vor, 
das im aos. schon grösstenteils zu n geworden ist. Es steht vor t, z. b. 
in movxf (munter), und für wg. nd, wie in luv (land), sdruv (strand). 
n ist das palatalisierte n, das nach i und y entstanden ist. Der 
vordere zungenrand legt sich an die hintere wand der unteren schneide 
zähne, das mittlere zungenblatt legt sich in breiter fläche an die alveolen 
der oberen schneidezähne und den vorderen teil des palatum. 
Mit y bezeichne ich sowol den palatalen als den velaren nasal. 
Beim ersten bildet der zungenrücken mit dem vorderen, beim zweiten 
mit dem hinteren gaumen einen festen Verschluss. 
Die liquiden und nasale in sonantischer function bezeichne ich 
mit f, l, rp, n, p. 
§ 9. Erklärungsversuch der jüngeren Veränderungen im consonantismus. 
Wie die vorstehende darstellung zeigt, hat der consonantismus 
der föhringischen mundart eine reiche entwicklung erfahren. Wir haben 
aber bereits gesehen, dass nicht jeder dieser laute in jedem dorfe der 
insei gesprochen wird. Vielmehr liegen die Verhältnisse so, dass jedes 
dorf, resp. gruppe von dörfern bestimmte laute hat, denen in anderen 
regelmässig, oder doch zum teil regelmässig, andere entsprechen. Wir
	        

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