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Die alten stimmlosen fortes haben im föhringischen eine erhebliche
einbusse erlitten:
1. In den anlautenden consonantenverbindungen sp, st, sk ist die
stimmlose fortis zur stimmlosen lenis geworden, z. b. in sbriy (springen),
ws. sdrei, aos. sdräi (streuen), sgiv (scheibe).
2. Nach langem vokal sind p, t, lc zu stimmhaftem b, d, g ge
worden, wie in hobt, (hoffen), sgodty (geschossen), mäoji (machen).
Neu entstandene if-laute haben wir:
1. aus anlautendem pj > fö. ty in tyok (dick), ws. tyisk (deutsch);
2. aus Id > fö. ty in dem eigennamen * Id,teil,> tyidl (ketel). leimen
(gekommen) der anderen dörfer entspricht in Büdle^sem und Vraksem
tyimen;
3. aus anlautendem wg. p, das im fö. zum dentalen x geworden,
als solches aber fast nur noch im ws. erhalten ist. Im aos. ist es
grösstenteils zum alveolaren t geworden.
Das x im ws. entspricht ferner wg. t vor r und wg. t nach n,
wo das aos. widerum schon fast ausschliesslich t hat (vgl. § 9): ws. harr
= aos. batr (bitter), ws. movxr = aos. montf (munter). In den anderen
fällen bat auch das ws. für altes t das alveolare, z. b. fid (zeit), fup
(zahn), fu (zu).
Die stimmlosen lenes unterscheiden sich von den fortes durch die
viel geringere exspirationsstärke. 1
Die stimmhaften lenes b, d, d, g unterscheiden sich von den stimm
losen nur durch den stimmton. Das dentale <5 steht, wie das x, im
ws. und älteren aos. vor wg. r, z. b. in drei (drehen), vedy (wasser).
Auch nach n wird es gestanden haben, denn es heisst ws. luv (land),
.mr(sand)— vorauszusetzen sind *lovd, *sövd <. *lovd, *sovd< land, sand
ln dieser Stellung ist d aber geschwunden. Im aos. steht dafür schon
fast allgemein alveolares d, also dräi, vedr, auch alveolares n, tun, sun.
d wird nach i, y palatalisiert, d, z. b. in sgrid (schreiten), rid (reiten).
§ 6. Die Reibelaute.
1. Labiale: f.\ v, w.
f ist der stimmlose, labiodentale reibelaut Die reibungsenge wird
durch berühren des unteren randes der oberzähne mit der Unterlippe
gebildet.
v ist der entsprechende stimmhafte reibelaut.
1) Ich unterscheide sie graphisch von den entsprechenden stimmhaften lenes
durch einen untergesetzten strich, b, 3, d, g. Wie schon erwähnt, kommen sie in
den anlautenden Verbindungen sb, s3, sd, sg <( sp, st, sk vor.

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