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§ 5. Die Verschlusslaute.
Die Verschluss- oder explosivlaute teilte man lange und zum teil
noch heute ein in stimmlose, energisch articulierte tenues und stimm-
nafte und schwächer articulierte mediae. Diese der griechisch-römischen
grammatik entlehnten termini auf die germanischen laute zu übertragen,
war ein missgriff und hat zu Verwirrung und irrtümern anlass gegeben.
In den meisten deutschen mundarten gibt es vielmehr drei arten von
Verschlusslauten. Von den beiden genannten haben wir nämlich stimm
los-sanft articulierte zu unterscheiden. Es ist oft schwer, diese von
den stimmhaften zu unterscheiden, und so lag es denn nahe, beide als
identisch unter den begriff media zu subsummieren. Die phonetik hat
diesen irrtum aufgeklärt, und ihr folgend bezeichne ich:
1. als stimmlose fortes die stimmlosen, scharf articulierten p, r, i,
2. als stimmlose lenes die weichen, aber stimmlosen b, 3, d. g\
3. als stimmhafte lenes die sanft articulierten 3, 6, d, g.
In der föhringischen mundart kommen sie alle drei vor.
Die stimmlosen fortes p, t, t, k werden gemeinsam charakterisiert
durch die energische Sprengung eines Verschlusses durch den luftstrom.
Hur im anlaut werden sie aspiriert, d. h. mit folgendem hauch ge
sprochen. In dieser Stellung bezeichne ich sie mit //, r c , t, Je.
p ist die bilabiale, stimmlose fortis, die entsteht, wenn der aus
der lunge kommende luftstrom den festen lippenverschluss energisch
und plötzlich löst.
% ist die dentale, stimmlose fortis. Die vordere zunge bildet mit
der rückwand der oberen schneidezähne einen festen Verschluss, der
durch den luftstrom gesprengt wird.
t ist die alveolare, stimmlose fortis, die sich von der dentalen
dadurch unterscheidet, dass der Verschluss an den alveolen der oberen
schneidezähne gebildet wird.
Wir haben zwei gutturale stimmlose fortes zu unterscheiden, die
palatale und die velare. Bei der palatalen findet der Verschluss am
vorderen, harten, bei der bildung der velaren am hinteren, weichen
gaumen statt. Zwei verschiedene Zeichen sind darum nicht erforder
lich, weil ihr Vorkommen aus der palatalen, resp. velaren Umgebung
ohne weiteres zu erkennen ist. Ich bezeichne beide mit Je.
Auslautendes t wird nach i, y palatalisiert. Das geschieht dadurch,
dass sich der zungenrücken von der articulationsstelle des alveolaren t
an bis ans palatum in breiter fläche an das gaumendach anlegt. Der
akustische eindruck ist der eines t. modificiert durch einen ^-artigen
laut. Ich bezeichne den laut mit t.

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