Full text: Der Lautstand der föhringischen Mundart

14 
Diese beiden e-laute sind specifisch wehsdringisch. Im aosdringischen 
sind nur ganz vereinzelt bei älteren leuten spuren dieser Unterscheidung 
zu finden. Sonst haben wir hier für jene zwei laute nur eine ent- 
sprechung, und zwar einen laut, der allmählich vom offenen e zum 
offenen i übergleitet. Er ist also diphthongisch, als ei oder gar triph- 
thongisch, quantitativ gleich f und e, aufzufassen (vgl. § 4,2). 
Diesen Verhältnissen analog gibt es im wehsdringischen, neben 
dem kurzen offenen e, vor den dentalen consonantengruppen ein noch 
offeneres e (im aosdringischen nur e). 
Beim a ist die Zungenstellung ein wenig tiefer und die articulation 
etwas schwächer als beim e. Je nach der Umgebung ist die klangfarbe 
des vocals heller oder dunkler. 
§ 2. Vocalarticulation im mittleren mundgebiet. 
1. Mit mittlerer zungenstellung. 
Wie für die «/-laute die lippenrundung der M-laute gilt, so für 
die 0-laute die etwas schwächere der o-laute. Ebensowenig aber wie 
die zungenstellung für * und y, und i und y dieselbe ist, ist sie es 
für e und ß, e und 0. Jenen Verhältnissen genau entsprechend, ist 
auch hier eine tiefere zungenstellung an der articulationsenge wahr 
zunehmen, als bei den e-lauten. Beim langen geschlossenen 0 ist die 
läge der zunge niedriger als beim e, aber höher als beim e. Die articu 
lationsenge wird ein wenig weiter hinten gebildet. Die zunge liegt flach 
im munde und articuliert ziemlich breit und schlaffer als beim l und e. 
Die Zungenspitze ist bis an die alveolen zurückgezogen. 
0 ist der kurze und offene laut. Er unterscheidet sich vom 0 
durch die kürze und die schlaffere articulation der zunge, die noch 
tiefer liegt als beim e und sich kaum über die indifferenzlage erhebt. 
Die lippenrundung verschwindet beinahe ganz. 
a ist ein laut von schwer bestimmbarem klangwert. Er liegt 
zwischen e und a mit fast derselben höhenlage der zunge wie 0, jedoch 
unter völligem Schwund der lippenrundung. 
2) Mit tiefer zungenstellung. 
Durch geringe hebung des hinteren teiles des mittleren zungen- 
rückens aus der indifferenzlage erhält man die Stellung für a, das 
fast nur als kürze vorkommt. Der mund ist ziemlich weit geöffnet, die 
zunge schlaff, die Zungenspitze eingezogen. Lang kommt es nach 
Bremer (Ferreng an ömreng Allemnack för’t Jnar 1894, 51) nur in den 
wehsdringischen dörfern Taftem und Klantem vor gutturalen vor, wie 
in näxt (nacht), läxi (lachen), frä^i (fragen). Im aosdringischen steht es 
in der Verbindung äv, dem ws. au entspricht z. b. aos. f räv (treu)
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.