58
roman, plutöt que des discours qu’on y etale. Ulysse, par ee
qu’il fait, nous enseigne mieux ce qu’il faut faire, que par
tout ce que lui ni Minerve disent. La verite est pourtant
que le Mentor du Telemaque dit des choses fort bonnes,
quoiqu’un peu hardies, et qu’enfin M. de Cambrai me parait
beaucoup meilleur poete que theologien. De Sorte que si, par
son livre des Maximes, il me semble tres-peu comparable ä
saint Augustin, je le trouve, par son roman, digne d’etre mis
en parallele avec Höliodore.«
Das Urteil lautet also, abgesehen von kleinen Ein
schränkungen, günstig. Das läßt sich wohl verstehen. Der
klassisch gebildete B. mußte von vornherein einer modernen
Nachahmung der Odyssee ein lebhaftes Interesse entgegen
bringen. Die leichte anmutige Sprache und die Spannung,
in welche der Erzähler den Leser zu versetzen und unter
halten weiß, waren ferner Vorzüge, die wohl erklären, daß
auch B. zu denen gehörte, die das Werk mit »avidite« lasen.
B.’s Urteil ist freilich nicht uneingeschränkt lobend. Er findet
nämlich, obwohl durchaus den pädagogischen Zweck der
Dichtung nicht mißbilligend, daß die moralisierende Tendenz
gar zu stark hervortrete, — ein Fehler freilich, dem Dichtungen
solcher Art fast notwendig verfallen müssen. Nicht unerwähnt
darf übrigens bleiben, daß B. auch die Odyssee für eine
lehrhafte Dichtung gehalten zu haben scheint. Wie er über
haupt der Meinung gewesen ist, daß jede Dichtung, welche
dieses Namens würdig sein soll, im Grunde eine moralisierende
Tendenz, allerdings nicht in aufdringlicher Weise, zum Aus
druck bringen solle. Diese Auffassung von der Dichtung geht,
wie bekannt, bis tief in das Mittelalter zurück.
§ 47. Die satirisch-politische 2 ) Seite des Romans hat
B. entweder garnicht verstanden oder absichtlich ignoriert.
Nimmt man das letztere an, so ließe sich dies vielleicht
damit erklären, daß es ja B. nicht daran liegen konnte, durch
Hervorkehrung dieser Tendenz Föneion zu schädigen. In
Fenelon’s Interesse, der das Buch zur Erziehung des zu
künftigen Königs von Frankreich geschrieben, lag es natürlich,
daß der Roman ausschließlich als harmlos didaktisch auf
gefaßt wurde.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.