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rarischen Verdienste des Fräuleins von Scudery bestehen.
Auch das schon zitierte 4. Vorwort zu der Gesamtausgabe
seiner Werke gibt uns darüber keinen Aufschluß. 64 )
§ 40. Was B. unterlassen, haben in neuester Zeit andere
Litterarhistoriker unternommen, indem sie ihre Stimmen für
eine gerechtere Würdigung des ehrsamen Fräuleins erhoben.
Freilich sind sie wie V. Cousin 55 ) dabei wohl zuweilen zu
Gunsten der Scudery zu weit gegangen. Inbezug auf die von ihm
vorgetragene Anschauung ist noch zu bemerken, daß man ihm
allerdings durchaus beistimmen darf, wenn er von diesen
Romanen behauptet, daß dieselben ihrem Wesen nach Sitten-
und nicht historische Romane seien, 56 ) nichts destoweniger
bleibt B.’s Urteil zu recht bestehen, denn die Romane trugen
doch eben die Gewandung historischer Romane. Aber eben
eine ganz falsche Gewandung und auf diese bezieht sich B.’s
Kritik. Mit folgenden Worten weist daher Morillot, 57 ) der
auch in dieser Polemik Partei ergriffen hat, alle Rettungs
versuche von seiten Gousin’s zurück: »Ces romans tout railles
n’ont jamais eu la pretention d’etre des romans historiques,
mais bien plutöt des romans de mceurs; ils nous presenten!
l’image de la societe polie et galante du temps de la Fronde.
— Mais B. en 1664 n’avait pas ä faire toutes ces distinctions:
il suffisait que le romanesque menaqät de gäter toute la
litterature, pour que le satirique prit les armes, et confondit
tous les romans, les moins mauvais comme les pires, dans
une meme condamnation.« Gerechter und gemäßigter, weil
zwischen B. und Cousin die Mitte haltend, ist das Urteil, das
Sainte-Beuve 58 ) über die Romane der Scudery fällt. Ein
Auszug daraus sei im Wortlaut angeführt: »Quoiqu’il en
soit, Mlle de Scudery merite qu’on rattache au sien une idee
juste.« Von dem »faux appareil d’imagination« und »faux
attirail historique, dont eile environne sa pensee«, sagt er:
»ce costume de mascarade etait d’emprunt: ce qui lui ütait
essentiel et propre, c’etait la faqon d’observer et de peindre
le monde d’alentour, de saisir au passage les gens de sa
connaissance, et de les introduire tout vifs dans ses romans en
les faisant converser avec esprit et finesse. C’est par ce cöte
aussi que je la juge, et que tout en lui reconnaissant beau-
coup de distinction et d’ingenieux sagacite d’analyse, beaucoup

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