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können. Ein philologisches Urteil über die Sprache Scarrons
und seiner Nachahmer — und dies gilt sowohl von den Epen
wie von Dramen — hat B. nicht gefällt, und wir könnten es
von ihm auch nicht erwarten. — Mit dem Aufatmen der
Erleichterung konnte B. vom preciösen uud burlesken Unwesen
nach ihrem Verschwinden sagen »ce jargon a trouve sa fin
aussi bien que le burlesque qui nous avait si longtemps
tyrannises.« (Bolseana S. 478.)
IV. Kapitel.
Boileaus Urteile über die Verfasser
von idealistischen Prosa-Romanen seiner Zeit.
§ 26. Einen nicht minder leidenschaftlichen Kampf wie
gegen die Versepiker führte B. gegen die Verfasser der
heroisch-galanten Prosaromane seiner Zeit.» Mangel an Wahr
heit und Wirklichkeit in jeder Beziehung waren die Grund
fehler, die der große Kritiker mit Recht an Darstellung und
Inhalt derselben rügte. Bei der Bedeutung, die diese Dichtungs
gattung damals hatte, bestand die eine große Gefahr darin,
daß die andern Litteraturgattungen, die B. besonders am
Herzen lagen, nämlich das Epos, die Tragödie und das Lust
spiel höheren Stils, von ihr in verderblicher Weise beeinflußt
wurden.') Die zweite Gefahr lag auf anderm Gebiet. B. hielt
die moralischen Anschauungen, die diese Romane unter dem
lesenden Publikum, besonders bei der Jugend, verbreiteten,
für unsittlich. Darüber äußerte er sich in seinem Brief an
Perrault, wo er von der Moral derselben redet: »qui y est
fort vicieuse et qui en rend la lecture dangereuse aux jeunes
personnes.« B.’s Kritik in ihrer weiteren Ausführung nimmt
indessen fast ausschließlich auf den ersten Punkt Bezug. Zu
diesem wende ich mich wieder zurück.
§ 27. Mit aller Entschiedenheit machte B. gegen die
sich in diesen Romanen bekundende Geschmacksrichtung, die
immer weiter um sich griff, Front. Die hervorragendsten
Zeitgenossen B.’s 2 ) hatten an den Geschmacklosigkeiten dieser
Romane Gefallen gefunden; kein Wunder ist es deshalb, daß
auch B. selbst, als in seiner Jugend sein kritischer Sinn

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