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deux vers que Boileau lui a reproches, et qui ont ete pour
le public comme une dispense de lire les autres.«
Brebeuf muß es sich ferner von B. gefallen lassen, daß
sein Werk diesem zu nichts Besserem gut ist, als zu einem
Wurfgeschoß in der Hand eines wütenden Sakristans zu dienen
(Lutrin V, 160—162).
Es war vielleicht kühn und geschickt beim ersten Fällen
der Urteile stärker als nötig zuzuschlagen, wie B. es hier und auch
anderweitig wohl getan hat. Jedenfalls ist B. später zu einer
milderen Ansicht über Brebeuf gekommen. So macht er im
28. Epigramm das Zugeständnis:
»Malgre son fratas obscur
Souvent Brebeuf etincelle.«
In dem Vorwort zur 4. Auflage seiner Werke, die 1638
erschien, wird B.’s Kritik noch um einen weiteren Grad
mäßiger: »Je veux bien aussi avouer qu’il y a du genie
dans les ecrits de Saint-Amant, 87 ) de Brebeuf, de Scudery,
et de plusieurs autres que j’ai critiques, et qui sont en effet
d’ailleurs, aussi bien que moi, tres dignes de critique. En un
mot, avec la meme sincerite que j’ai raille de ce qu'ils ont
de blamable, je suis pret ä convenir de ce qu’ils peuvent
avoir d’excellent. Voilä, ce me semble, leur rendre justice,
et faire bien voir que ce n’est point un esprit d’envie et de
medisance qui m’a fail ecrire contre eux.«
Marmontel 38 ) in seinem Elements de Litterature meint,
daß B. Lucanus geringschätzte, darin wäre dann auch der
Grund seiner Geringschätzung der Pharsalie des Brebeuf zu
suchen. Zu dieser irrigen Annahme fehlt auch nicht der
anscheinende Grund, da B.’s Verse Art poet. IV, 83, 84.
»Tel s’est fait par ses vers distinguer dans la ville,
Qui jamais de Lucain n’a distingue Virgile,«
Anlaß zu dem falschen Glauben geben, B. habe Lucanus
nicht hoch geschätzt. Diese Verse drücken aber doch, wohl
gemerkt, nichts anderes aus, als daß zwischen Lucanus und
Virgil ein Unterschied bestehe. B. sagt hier keineswegs, daß
Lucanus ein schlechter Dichter sei. Ich schließe mich des
wegen lieber der Meinung Laharpe’s 39 ) an, welcher die Ansicht
vertritt, daß dies doch kein genügender Beweis für Marmontel’s

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