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Eigennamen wurden eben von dem französischen Sprachgeist
des 17. Jahrhunderts bei weitem nicht so als fremde Elemente
empfunden wie etwa germanische. Ein derartiges Gewicht
legen auf Äußerlichkeiten von Seiten B.’s kann mit Recht
als zu weit getrieben erscheinen. — Gerechter ist ohne Zweifel
die Kritik, die ß. an der Form und dem Inhalt dieser Epen
übte. Epitre IX, 57—152.
Et que mon coeur, toujours conduisant mon esprit,
Ne dit rien aux lecteurs, qu’ä soi-meme il n’ait dit.
Ma pensee au grand jour partout s’offre et s’expose,
Et mon vers, bien ou mal, dit toujours quelque chose.
C’est par lä quelquefois que ma rime surprend;
C’est lä ce que n’ont point Jonas ni Childebrand,
Unwahrheit des Ausdrucks, Mattigkeit in der Empfindung,
nichtssagender Inhalt sind die Hauptfehler, die ß. an diesen
Epen tadelte.
Im Zusammenhänge mit dem Epos »Childebrand« wurde
weiter oben das Epos Jonas von Coras 28 ) erwähnt. Den
ersten Angriff gegen diesen richtet ß. in der 9. Satire. V. 91.
»Le Jonas inconnu seche dans sa poussiere.«
Coras verteidigte sich durch die Streitschrift »Le Satirique
berne en vers et en prose.« Dies erhöhte den Zorn B.’s
Morillot 25a ) bemerkt hierzu: »Coras est peut-etre de tous le
plus maltraite: il s’etait avise de repondre aux premieres
attaques de ßoileau par un pamphlet 25 ) assez mordant; aussi
le satirique revient-il ä sept ou huit reprises sur ces mal-
heureuses poemes, immortalises par le ridicule.«
Nur noch vor den Angen einer Preciösen läßt er Coras
und Dichter seines Ranges Gnade finden. (Sat. X, V. 438—46.)
Nach außen hin heuchelt ß. allerdings Gleichgiltigkeit gegen
die Person und die Kritik Coras. (Epitre VII, V. 87—88).
Doch muß B.’s Ärger gleichwohl groß genug gewesen
sein; denn auch der Jonas muß in dem Handgemenge der
ergrimmten Pfaffen als Waffe dienen. Lutrin V, V. 143:
»L’un prend le seul Jonas, qu’on a on relie.«
Ein weiterer Beweis, der uns angibt, wie niedrig B. Coras
einschätzte, ist uns sein Brief an den Jesuiten Pere Thoulier. 26 )
Nachdem er sich dagegen verwahrt hat, eine »fade öpitre en
vers« gedichtet zu haben, welche man ihm untergeschoben

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