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Erfolg erzielt haben, den er tatsächlich erzielt hat; 20 ) denn
Werke wie der Childebrand von Carel de Saint-Garde 21 )
und der Charlemagne von Louis le Laboureur 28 ) fanden
selbst in akademischen Kreisen — zwar wohl wegen der zur
Anwendung gebrachten Theorien — ihre Verteidiger. In Be
zug darauf äußert sich B. Epitre VIII, Vers 56—59.
Dejä le mauvais sens, reprenant ses esprits,
Songe ä nous redonner des poemes epiques,
S’empare des discours meines academiques;
B. lobte diesem akademischen Kritiker gegenüber das aus ge
sundem Empfinden hervorgehende Urteil Condes über ein
Machwerk, wie es der Charlemagne war. Nachdem dieser
nämlich kaum die ersten Zeilen dieses Werkes, das von
Schmeicheleien für ihn triefte, gelesen hatte, übergab er es
seinem Kammerdiener Pacolet zur unterhaltenden Lektüre.
(Epitre IX, Vers 169—174.)
In gleicher Weise übte B. scharfe Kritik, indem er neben
andern Werken den Charlemagne in dem Handgemenge der
Sakristane als Wurfgeschoß herumfliegen ließ. Lutrin V, Vers
165—66.
»Au plus fort du combat le chapelain Garagne,
Vers le sommet du front atteint d’un Charlemagne.«
Eine derartige Kritik gegen ein Werk, das nach Duchesne 23 )
wenigstens einige Seiten enthielt, die einen »goüt severe et
un souffle genereux et patriotique« verrieten, geziemte sich
nicht für einen ernsthaften Kritiker. Doch war der Lutrin
allerdings auch nicht der Ort, ernsthafte Kritik zu üben. —
Clarel de Sainte-Garde, der Verfasser des Epos Childebrand,
ist in B.’s Augen nur ein unwissender Dummkopf, weil
er einen Helden mit dem so harten und barbarischen Namen
Childebrand zur Hauptperson seines Epos gemacht hat. Art.
Poet. III, V. 240—244.
»0 le plaisant projet d’un poete ignorant,
Qui de tant de heros va choisir Childebrand!
D’un seul nom quelquefois le son dur ou bizarre
Rend un poöme entier ou burlesque ou barbare.«
1 aguet 24 ) irrt sich indessen, wenn er meint, daß der Name
Childebrand zum mindesten nicht seltsamer sei wie Polyeucte
(Corneille), an dem B. nichts auszusetzen hatte. Griechische

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