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nach dem ganzen Zusammenhang darf diese Bezeichnung wohl auf
Corneille angewandt werden.
8 ) Lettre ä Perrault (1700). — 4 ) Neuerdings ist indes von Bouquet
nachgewiesen worden, daß Corneille sich keineswegs in so verarmter
Lage befinden konnte. (Points obscurs de la vie de Corneille.) Die Angabe
muß also wohl uiit Vorsicht aufgenommen werden. — Vgl. hierzu ferner
Brünettere: Etudes crit., Bd. 6, S. 148.
*) Vgl. z. B. Bornhak: Gesch. d. fr. Litteratur, § 41 und Suchier und
Birch • Hirschfeld, S. 413. — Brünettere hat allerdings vernehmlichen
Widerspruch gegen diese Benennung laut werden lassen. »II n’estpas »le pöre
du ttteätre franqaise,« comme on disait jadis et comme on ne le dit plus
aujourd’hui, mais comme tout de meme on le pense. Ni Robert Garnier,
avec sa Cornelie, son Marc-Antoine ou ses Juives, ni Monchrötien ni le
vieil Alexandre Hardy avec ses »600 pieces,« ni Mairet avec sa Sophonisbe,
ne peuvent etre ainsi sacriftes ä Corneille, qu’ils ont tous preced6, qui
leur a lui-meme ä tous ou presque tous emprunte quelque chose, et
qu’en les döpassant, cependant, il imite encore.« (Rddm. 1888, S. 867 )
Brunettere’s Ausführungen im Einzelnen ist wohl recht zu geben, doch
ist er nicht der Gestalt Corneille’s, die seine Vorgänger an dichterischem
Können weit überragte, genügend gerecht geworden. Das Auftreten
Corneille’s wird in der populären Auffassung stets einen Markstein in der
Entwicklungsgeschichte des französischen Dramas bleiben.
6 ) Vgl. § 14. Lukan war wohl nicht gerade das beste Vorbild. —
Brossette bemerkt,' daß der Einfluß Lukans sich in besonders verhängnis
voller Weise an der »Mort de Pompöe« bemerkbar mache. Vgl. § 114.
7 ) B spricht hier von 8 oder 9 Dramen Corneille’s, die zu loben
seien. Diese Zahl scheint mir doch etwas zu hoch gegriffen. Nur 5 oder
6 können darauf berechtigten Anspruch erheben.
«) vgl. Laharpe: Lycöe IV, S. 203 u. K. H. v. Stern, S. 222, 223.
9 ) Brunetiere: Corneille, Rddm. 1888, t. 88, S. 868.
10 ) Vgl. ibid., S. 850. — “) ibid. S. 864. — ") Preface de Sophonisbe.
1S ) Brünettere: Pierre Corneille, Rddm. t. 88, 1888, S. 861.
u) Dieses Fehlers hatte sich Corneille besonders im Agösilas und
Attila schuldig gemacht. . . , , „
,6 ) Als »vertu« ist z. B. die Liebe der Xintene im Cid aufgefaßt
worden.
le ) Morillot: Boileau, La doctrine VI, S. 202.
”) Vgl. Brünettere: Etüde crit., t. 6, S. 129.
,8 ) Lanson tadelt ebenso wie B. die Auffassung Corneille’s. Corneille.
Chap. VI. — Vgl. ferner Lotheissen Bd. II, S. 339.
m Vgl. Nisard: Hist, de la Litt. fr. t. III, S. 27 und Laharpe:
Lycee IV S 225 »11 demeure prouvö que Corneille, faute d avoir su
traiter l’amour lorsqu'il en mettait partout, a fait des Iteros de romans
de plusieurs de ses principaux personnages, gate presque tous ses sujets
et refroidi meine ses meilleures pieces. Si ce defaut est sensible dans»
les röles d’homn.es, il Pest encore bien plus dans les femmes, qui doiven

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