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Auf die Ode Motin’s, die den meisten Ausgaben Regnier’s
vorgedruckt ist, paßt diese Kritik jedenfalls sehr gut. Aus
dem Menagiana t III., (S. 296) erfahren wir, daß B. mit diesem
Vers sich für die Langeweile hat rächen wollen, die ihm die
Lektüre der Verse Motin’s verursachte, die sich in einer Ge
dichtsammlung mit Oden Malherbe’s zusammenfanden. Wir
glauben ihm dies gerne, da Motin zu denen gehört, über die
Petit de Iuleville 2S ) sagt, daß die Literaturgeschichte nur mit
Widerwillen zu ihren Werken herabsteige.
II. Kapitel.
Boileau’s Urteile über die Verfasser von
idealistischen Versepen.
§ 6. In seinem Brief an Perrault sagt B.: »Ainsi, quand
je viendrais au siede d’Auguste, je commencerais par avouer
sincörement que nous n’avons point de poetes höroiques ni
d’orateurs que nous puissions comparer aux Virgile et aux
Ciceron.« Die Meinung B.’s über die zeitgenössischen Dichter
von Versepen ist demnach eine sehr geringe. — Wenden wir
uns nun zu den einzelnen Verfassern derselben, um zu sehen,
in wieweit B. dieses allgemeine Urteil in Bezug auf die ver
schiedenen Ependichter spezialisiert hat. Zu der älteren
Richtung derselben gehören Saint-Amant und Georges
de Scudery.*) Über diese dürfen wir nichts anderes als
ein abfälliges Urteil aus dem Munde B.’s erwarten, da B.
den Begriff der Poesie zu eng faßte und die Wahl des epischen
Stoffes auf das Altertum beschränkte, 2 ) jene beiden aber
nichtantike Stoffe episch behandelt hatten. Man kann das
Vorurteil B.’s gegen Ependichter, welche nichtantike Stoffe
episch behandelten, sondern sei es biblische, sei es nationale
Helden für ihre Dichtungen wählten, wohl begreiflich finden.
Es geht aus der Anschauung B.’s hervor, daß nur das
klassische Altertum die bei weitem mustergültigen Werke
geschaffen habe. Alles, was an Dichtungen nicht innerhalb
des humanistischen Horizonts lag, wurde von ihm als den
antikisierenden Dichtungen nicht völlig gleichwertig angesehen.
Es waren auch keine Dichtungen vorhanden, die ihn in seiner

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