127
Abwehr und holte diesmal zu einem stärkeren Schlage aus.
In seinem Triomphe de Pradon griff er B. in einer Weise an ?
die einer andern Autorität als der B.’s vielleicht hätte gefähr
lich werden können; denn die kritischen Bemerkungen Pradon’s
enthielten nach Dräger sehr viel Richtiges. 18 ) Der Erfolg
des Triomphe war aber gewiß nicht nach Pradon’s Wunsch.
B. ließ sich durchaus nicht in seinem Amt als Richter
des litterarischen Geschmacks stören, vielmehr antwortete er
ihm und auf die ähnlichen Angriffe Bonnecorse’s 19 ) mit einem
Epigramm, das dartut, wie verächtlich er auf diese Machwerke
herabblicken zu müssen glaubte (Epigramme XVII).
Epitre VIII, V. 60 ruft B. schmerzerfüllt aus:
»Et la scene frangaise est en proie ä Pradon.«
Ein Vers, der wie das »Enfin Mal herbe vient« 20 ) eine gewisse
Berühmtheit erlangt hat. Bernardin 21 ) glaubt, daß B. diesen
Vers wohl nicht nach der Aufführung des Regulus 22 ) ge
schrieben haben würde. Doch darin irrt er sich, denn
Sat. X, 23 ) V. 449—50 heißt es:
»Au mauvais goüt public la belle y fait la guerre
Plaint Pradon opprime des sifflets du parterre.«
Und Epitre X, 24 ) V. 59—60 mit besonderem Bezug auf den
Rögulus.
»Vous irez ä la fin, honteusement exclus,
Trouver au magazin Pyrame et Regulus.«
§ 153. Man muß sich wundern, daß B. diese keines
wegs auf Tatsachen fußende Kritik fällte und Pradon’s
Bühnenerfolge als Niederlagen darstellte; denn nur wenige
Jahre vorher hatte das Drama »Regulus« dem Dichter den
größten Erfolg eingetragen. Es war auch kein vorübergehender
Erfolg gewesen, da das Drama 50 Jahre über Pradon’s Tod
hinaus ein festes Repertoirslück des »Theätre frangais« blieb. 26 )
Boshafter Weise scheint B. unter den Dramen Pradon’s gerade
diejenigen ausgewählt zu haben, »die sich tatsächlich lange
auf der Bühne hielten, während er doch andere hätte nennen
können, bei denen seine Behauptung zutreffender gewesen
wäre.« 26 )
Diese Angriffe lassen sich nur durch den Haß erklären,
mit welchem B. aus allen genannten Gründen Pradon bedachte.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.