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Mais je voudrais qu’on cherchät tout d’un temps
(La question n'est pas moins belle)
Qui du fade Boyer ou du sec La Chapelle
Excita plus de sifflemens.
Die Angriffe B.’s und Racine’s 9 ) trugen wohl dazu bei,
das Publikum mehr und mehr von den faden Werken Boyer’s,
romanesken Tragödien und schwächlichen Kopien Racine’s,
abzulenken. l0 )
Auch die Judith Boyer's, die noch einmal das Publikum
in Bewegung setzte, konnte auf die Dauer nicht gefallen. B.,
der die früheren Werke Boyer’s schon kannte, brachte dem
Drama von vornherein Mißtrauen entgegen, welches dann
auch nachher glänzend gerechtfertigt wurde. Monchesnay
weiß darüber folgendes zu berichten (Bolmana S. 474): »La
Judith de Boyer fut representee ä Paris dans le careme, en
1695; eile eut un tres grand succes, gräce ä la Ghampmesle
M. Essaim en fit de grands recits ä M. Despreaux,
qui lui repondit toujours: »Je l'attends sur le papier.«
Enfin la piece fut jouee ä la cour, oü eile perdit toute sa
reputation, et personne ne la voulut plus revoir apres Päques.
A quelques temps de lä, M. Despreaux remontrant M. Essaim,
lui cria de loin: »M. Essaim, n’avez-vous point lä votre
Boyer sur vous?« comme s’il eüt voulu dire: n’avez-vous
point sur vous votre Corneille ou votre Racine?«
§ 149. Mit Boyer wurde in dem eben zitierten 30.
Epigr. u ) der bereits unter den lyrischen Dichtern (§ 68)
behandelte La Chapelle auf gleiche Stufe gestellt. Was
dort über dessen lyrische Dichtungen an abfälligen Urteilen
von seiten B.’s angeführt wurde, darf mit noch größerem
Recht auf den dramatischen Dichter la Chapelle bezogen
werden.
Nicolas Pradon.
§150. Pradon 12 ) gehört nicht wie Boyer und wie
soviele andere Dramatiker des 17. Jahrhunderts zu den jetzt
Vergessenen; denn Pradon hat seinen Namen zwar nicht
durch seine Werke, sondern durch eine litterarische Schandtat
vor dem Vergessen werden zu bewahren verstanden; hat er
sich doch den herostratischen Ruhm erworben, der Haupt-
beteiligte an jener Kabale gewesen zu sein, welche Racine

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