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que rien ne doit causer dans une tragedie.« 22 ) Dem kann
nur zugestimmt werden. Der galante Liebhaber Pyrrhus ist
ganz das Ebenbild des Alexandre.
Der wunderbare Schwung, den Racine machte, als er
vom Alexandre zur Andromaque überging, wurde von Louis
Racine 28 ) wohl in etwas übertriebener Weise auf den Einfluß
R.’s zurückgeführt. »Cette vigeur lui fut inspire par R.
de venu son ami.«
§ 133. Auch die Andromaque wurde, wie einst der Cid,
von einer Schar übelwollender Kritiker heftig angegriffen. 24 )
Besonders die Charakterzeichnung des Pyrrhus war Gegen
stand einer sehr abfälligen Kritik, und wie wir gesehen haben,
war ja auch B. in diesem Punkte derselben Meinung. Doch
ein Gutes hatten nach B. diese oft ungerechten Angriffe. Sie
spornten — dies galt aber wohl nur bis zu einem gewissen
Grade — Racine zu immer besseren Leistungen an. So sei
die charaktervolle und wunderbare Zeichnung des Burrhus
im Britannicus den abfälligen Urteilen über den Pyrrhus zu
verdanken. (Epitre VII, V. 47—54.)
Über den »Britannicus« hat B. sich im ganzen lobend
ausgesprochen, wenn er auch einige Fehler in der Charakter
zeichnung und Komposition mit Recht tadelte. Bolseana
(S. 476) 2ö ) »Je vantais ä M. Despreaux la piece de Britannicus,
en prösence du fils de M. Racine. M. Despreaux disait que
son ami n’avait jamais fait de vers plus sententiaux; mais
il n'etait pas content du denoüment. 11 disait qu’il etait trop
pueril, que Junie, voyant son amant mort, se fait tout d’un
coup religieuse, comme si le couvent des vestales etait un
couvent d’ursulines, au lieu qu’il fallait des formalites infinies
pour recevoir une vestale. II disait encore que Britannicus
est trop petit devant Neron.« 26 )
Wir können diesen Urteilen ß.’s nur zustimmen, nur
schade, daß Louis Racine, der, wie Monchesnay berichtet, bei
der Unterhaltung zugegen war, dieselbe etwas anders 27 ) er
zählt. Er behauptet, B. habe niemals die Lösung des Konflikts
getadelt und auch an der Charakterzeichnung des Britannicus
nichts auszusetzen gefunden, und fügt hinzu: »11 y a grande
apparence que M. de Monchesnay, mal servi par la mömoire
lorsqu’il composa ce recueil, s’est trompe en cet endroit. Je

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