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idole, au-dessus de Corneille, il savait rendre justice ä Tun
et ä l’autre; il les admirait tous deux, sans decider sur la
preference.« —
Es muß indes hervorgehoben werden, daß B. an anderer
Stelle über die leichtfertigen Urteile unwissender Laien aus
dem Theaterpublikum sich sehr unwillig zeigte. Diese, nach
dem sie vielleicht und ja auch nicht ohne Grund am Attila
keinen Gefallen gefunden hatten, waren in ihrer Kritiklosig
keit nur zu bereit, über den ganzen Corneille den Stab zu
brechen. Sat. IX, V. 177—180.
Un clerc, pour 15 sous, sans craindre le holä,
Peut aller au parterre attaquer Attila;
Et si le roi des Huns ne lui charme l’oreille
Traiter de Visigoths tous les vers de Corneille.«
§ 122. Dies sind die Urteile B.’s über die Trauerspiele
Corneille’s. 68 ) Außerdem sind uns in B.’s Werken einige
Anspielungen auf Huldigungsgedichte erhalten, die Corneille
aus Dankbarkeit für empfangene Pensionen an den König
richtete. Nach B. waren diese in zu schwülstiger und bom
bastischer Sprache geschrieben. Discours au Roi V. 54.
»Parmi les Pelletiers on eompte des Corneilles.«
Ferner Sat. VIII, V. 196—200.
»Va par tes cruautes meriter la fortune.
Aussitöt tu verras poetes, orateurs,
Rheteurs, grammairiens, astronomes, docteurs,
Degrader les heros pour te mettre en leurs places,
De tes titres pompeux enfler leurs dedicaces.« 69 )
B.’s Urteil ist hier sicher zu schroff. Man muß Corneille’s
Handlungsweise einmal mit seiner bedrängten Lage entschul
digen, in die der wohlhabende B. sich nicht hineindenken
konnte, und zweitens hervorheben, daß diese Art und Weise,
sich einen Gönner zu verschaffen, damals, wo sie allgemein
üblicher war, nicht als anstößig galt.
§ \23. Es war kein Wunder, daß der alternde Corneille
durch die aufstrebende Kraft eines Racine in seinen letzten
Lebensjahren zurückgedrängt wurde. »Corneille laissa ä
desirer Racine,« wie Nisard 70 ) richtig bemerkt. Es muß
indes zu Ehren B.’s hervorgehoben werden, daß derselbe
sich bei seinen Vergleichen zwischen den beiden großen

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