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Le secret est d’abord de plaire et de toucher:
Inventez des ressorls qui puissent m’attacher.«
Das Hineintragen von Politik in das Drama brachte
Corneille keinen Erfolg; einmal verstand er sich wegen
mangelnder Menschenkenntnis sehr wenig darauf und zum
andern war das, was er vorbrachte, nur leere Deklamation.
»La politique de Corneille,« sagt Brunetiere, 61 ) »qui n’est et
qui ne pouvait etre, dans ses meilleures tragedies, n’est, ä
vrai dire, dans ses dernieres Oeuvres dans son Othon ou dans
son Sertorius, que de la declamation.« 62 )
§ 121. Unsere Revue der Urteile B.’s über die Corneille-
schen Dramen werde jetzt mit den beiden schwächsten der
von ihm kritisierten Dramen abgeschlossen. Es sind dies
Agesilas und Attila. Über diese sind uns freilich nur zwei
sehr lakonische Epigramme erhalten. Epigramme VI u. VII.
VI. J’ai vu l’Agesilas
Helas!
VII. Apres l’Agesilas
Helas!
Mais apres 1’Attila
Holä! 6S )
Nach diesem Vergleich zu urteilen, hätte B. den melo
dramatischen Agesilas für eins der schwächsten Stücke Cor-
neille’s erklärt, Attila dagegen noch für ein wenig besser
gehalten. Tatsächlich ist die litterarische Kritik sich auch
darüber einig, daß dem Attila 64 ) wenigstens vor dem Agesilas
der Vorzug gegeben werden müsse.
Es sei noch eine interessante Bemerkung des Jesuiten
Pere Tournemine 6ft ) über den Ursprung der beiden Epigramme
angeführt. »Force d’amirer avec le public certaines pieces
de Corneille, B„ pour se dedommager de cette contrainte, a voulu
du moins immoler les dernieres ä Racine, son idole.« Zu
dieser etwas gesuchten Erklärung braucht man aber wohl
nicht seine Zuflucht zu nehmen. Als B. nach dem Attila sein
Holä ausrief, drückte er wohl nur, ohne Nebenabsichten dabei
zu haben, die Gefühle von ganz Frankreich aus. 66 ) Louis
Racine 67 ) widerspricht übrigens mit andern guten Gründen
dieser Erklärung. »Ce n’etait pas certainement lui immoler
de grandes victimes; et B. ne pensa jamais ä elever son

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