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B. hat im Art poet. dem Andenken des Cid mit Recht dieses
Denkmal gesetzt. »Si jamais, sagt Brunetiere, 28 ) le theätre
entier de Corneille devait s’abimer dans l’oubli, c’est le Sou
venir lumineux du Cid qui sauverait la memoire du poete.«
Auch im Bolseana (S. 478) ist uns noch eine Äußerung B.’s
über den Cid erhalten, allerdings im Zusammenhänge mit
einem Urteil B.’s über eins der kleinen Lustspiele Corneille’s.
»Son genie, sagte B. von Corneille sprechend, semblait incli-
ner d’abord vers le tendre, le touchant et le passionne du
moins si l’on en juge par le Cid; et par quelques vers de
l’Illusion comique; 29 ) mais sa vocation naturelle l’entrainait,
du cöte du grand et du merveilleux.«
§ 110. Das Beste, was Corneille nach B.’s Meinung indes
geschrieben hatte, waren die drei ersten Akte des Horace. 80 )
Bolseana (S. 481). »11 ne connaissait rien au-dessus des trois
Premiers actes des Horaces.« (Vgl. ebenso »Preface du Traite du
Sublime.«) 81 ) Daß B. die beiden letzten Akte des Horace von
seinem berechtigten Lobe ausschloß, kann uns nicht wunder
nehmen ; denn mit ihnen, die mit den vorhergehenden nur
lose im Zusammenhang stehen, beginnt eine neue dramatische
Handlung. 82 ) Das Drama war also mit dem 3. Akt abgeschlossen.
Zurückzuweisen ist daher die Meinung Lemaitre’s, 82 ) daß es
das erste dramatische Meisterwerk des französischen Klassi
zismus sei, »entierement conforme aux fameuses regles.« Die
wichtigste dieser Regeln, die Einheit der Handlung, war jeden
falls nicht beachtet worden.
§ 111. Für eins der besten Werke Corneille’s — Vol-
taire’s 84 ) Meinung stimmt hier mit der B.’s überein — hielt
B. den Cinna. Epitre 111, V. 48—52.
Le merite en repos s’endort dans la paresse:
Mais par les envieux un genie excite
Au comble de son art est mille fois monte.
Plus on veut l’affaiblir, plus il croit et s’ölance.
Au Cid persecute Cinna doit sa naissance.
Hierzu bemerkt Brunetiere: 85 ) Le vers de B. n’est qu’ä moitie
vrai. C’est Horace qui suivit d’abord le Cid, et Cinna ne vint
qu'ensuite. Mais cotnme Horace et Cinna sont dates Tun et
l’autre de 1640, l’erreur de B. n’a rien que de tres excusable.«

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