Full text: Die Urteile Boileaus über die Dichter seiner Zeit

fait le plus d’eclat en notre temps: et on ne croyoit. pas 
qu’il püt jamais y avoir en France un poete digne de lui 
etre egale. II n’y en a point en effet qui ait eu plus d’ele- 
vation de genie, ni qui ait plus composö. Tout son merite 
pourtant, ä l’heure qu’il est, ayant ete mis par les temps 
comme dans un creuset, se reduit ä huit ou neuf 7 ) piöc-es 
de theätre qu’on admire, et qui sont, s’il faut ainsi parier 
comme le midi de sa poesie, dont l’orient et l’occident n’ont 
rien valu. Kncore, dans ce petit nombre de bonnes pieces, 
outre les fautes de langue qui y sont assez frequentes, on 
commence ä s’apercevoir de beaucoup d’endroits de decla- 
mation qu’on n’y voyait point autrefois.« 
Um zunächst auf B.’s Meinung über die Sprache C.’s 
einzugehen, so zeigt sie sich hier durchaus ihrem sonstigen 
Urteil über Corneille entsprechend. Dies gilt zunächst für 
die Sprache der Dramen aus der Glanzzeit Corneilles. Eine 
Stelle aus dem Horace hat ihn z. B. zu Ausdrücken der 
höchsten Bewunderung hingerissen. (10. Reflexion sur Uongin.) 
Das »Qu’il mourüt« des alten Horace scheint B. wie kaum 
eine andere Stelle in Corneille’s Werken bewundert zu haben. 8 ) 
Auch in der Preface du Traite du Sublime hat er sich in 
derselben Weise darüber ausgesprochen. 
An dem pomphaften Stil, dessen Corneille sich in 
seiner späteren Zeit bediente, fand B., solange er noch nicht 
in übertriebener Weise zur Anwendung gelangte, anscheinend 
kein Mißfallen. Es geht dies aus dem Zusammenhänge des 
XXX. Epigr.’s hervor (Vgl. § 148); denn hier werden »le 
pompeux Corneille« und »le tendre Bacine« zwei unbe 
deutenden Dramatikern als nachahmenswert empfohlen. Die 
meisten günstigen Urteile, die B. über Corneille gefällt hat, 
beziehen sich überhaupt auf die Sprache desselben. Hierin 
stimmte B.’s Urteil mit dem Brunetiere’s 3 ) überein, der auch 
in der Sprache Corncille’s seine wahre Größe erblickt. Aber 
eben, weil B. die Sprache der besten Dramen C.’s so sehr 
bewunderte, mußte er die zahlreichen Verstöße gegen Stil 
und Sprache in den späteren Dramen um so unangenehmer 
empfinden. 
§ 105. Über viele andere Fehler in den Dramen 
Corneilles vermissen wir indes eine eingehendere Kritik, so 
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