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B. wußte also auch bei Corneille Licht und Schatten
richtig zu scheiden. »II ne l’aimait pas,« wie Monchesnay
im Bolseana (S. 479) sagt: »sans restriction. II l’eüt regarde
comme le premier poete de son siede, et peut-etre de tous
les siecles, si le jugement eut un peu plus regle son esprit
et sa prodigieuse fecondite.« Das Gefühl der Hochachtung,
das B. für Corneille empfand, steigerte sich keineswegs zur
Überschätzung, hat er doch ausgesprochen, daß Corneille nicht
geleistet haben würde, was er geleistet hat, wenn er nicht
den Spuren der Alten gefolgt wäre, obwohl diese Nachahmung
für einige der bedeutendsten Dramen in Wirklichkeit gar
nicht besteht. Lettre ä Perrault.. Mais pouvez-vous nier que
ee ne soit au contraire ä cette imitation-lä meme que nos
plus grands poetes sont redevables du succös de leurs ecrits?
Pouvez-vous nier que ce ne soit dans Tite Live, dans Dion
Cassius, dans Plutarque, dans Lucain 6 ) et dans Seneque, que
M. de Corneille a pris ses plus beaux traits, a puise ces
grandes idees qui lui ont fait inventer un nouveau genre de
tragedie inconnu ä Aristote? etc. Wenn B. also dem Ein
flüsse des klassischen Altertums einen bedeutenden Anteil
an der dichterischen Leistung Corneille’s zuschrieb, so war
dies ja gewiß richtig, nichts destoweniger aber höchst einseitig,
weil außer Betracht gelassen wurde, daß der Dichter des Cid
und des Menteur auch an andern Mustern als an antiken sieh
gebildet hatte. Auffällig genug ist es, daß B. weder hier
noch irgendwo überhaupt von dem Wert der spanischen
Vorbilder, die doch auf Corneille einen weit größeren, wenn
auch nicht in allen Fällen besseren Einfluß ausübten, ge
redet hat.
Bei aller gebührenden Wertschätzung der Alten muß
dieser von B. eingenommene Standpunkt auch in anderer
Weise als einseitig angesehen werden; denn die Originalität
Corneilles wurde bei einer solchen Betrachtungsweise nicht
gerade Tn das günstigste Licht gestellt.
§ 104. Von den Urteilen B.’s über die Dramen Corneille’s
seien zunächst die mehr allgemein gehaltenen berücksichtigt
und von den spezielleren geschieden. In der VII. Reflexion
sur Longin finden wir folgendes Gesamturteil über die Dramen
Corneille’s: »Corneille est celui de tous nos poetes qui a

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