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„Zwar hat die Zukunft manches Fehlerhafte an dieser geist 
reichen Konstruktion Humboldts herausgefunden, wachsende 
Kenntnis hat die Fortsetzung des Himalaja und des Tliian- 
schan bis in das Innere von China als unhaltbar erwiesen 
und dem meridionalen Bolor-dagh nur beschränkte Existenz 
berechtigung bewilligt, allein die starr bis in das Innere Chinas 
dem Kwen-lun vorgeschriebene Richtung, sowie der Zusammen 
hang des Thian-schan mit dem von Humboldt Asferah-dagh 
genannten Alai sind frühe, glückliche, durch die heutige 
Forschung bestätigte Annahmen gewesen.“ Neben Alexander 
von Humboldt hat Carl Ritter durch seine große Länderkunde 
von Asien eine unentbehrliche Grundlage für das Studium der 
asiatischen Gebirge geschaffen. Die Höhenangaben in dem 
Atlas 1 ) zu seiner Länderkunde von Asien sind in das Höhen 
verzeichnis aufgenommen worden. Die jüngste umfassende 
Darstellung der Gebirgsstruktur Asiens verdanken wir Fer 
dinand von Richthofen. Was Humboldt und Ritter fehlte, das 
stand ihm zur Verfügung, nämlich ein großes Material von 
Reiseberichten, wissenschaftlichen Ergebnissen usw. „So konnte 
durch Richthofen ein wissenschaftlich begründetes Bild des 
asiatischen Gebirgsaufbaues entstehen, wie es auf lange Zeit 
in seinen Grundzügen maßgebend bleiben wird.“ 
Seitdem Wood 1838 den südlichen Teil des Pamirplateaus 
betreten, beschränkte sich die wissenschaftliche Erkenntnis 
dieser gewaltigen Bodenerhebung nur auf Erkundigungen. Erst 
Haywards Reise nach Kashgar 1868—69 wurde für die Geogra 
phie Innerasiens von großer Bedeutung. Seitdem hat man die 
Erforschung des Pamirplateaus mit großer Energie fortgesetzt 
und bedeutende Erfolge erzielt. Man konnte nun die Ergeb 
nisse der Forschungen der von Norden ausgehenden Russen 
mit denen der im Süden arbeitenden Engländer vereinigen. 
Der Thian-schan ist seit der politischen Einverleibung 
seines westlichen Teiles in das russische Reich in der Haupt 
x ) Atlas von Asien in 20 Bl. zu C. Ritters allg. Erdkunde. 2. Abt. 
Entworfen u. bearbeitet von Grimm u. Mahlmann. Herausgegb. von 
C Ritter u. O’Etzel. 1834—54.
	        

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