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Starke Schwellung der Dickdarmfollikel. Sehr schlaffes
trübes Herz, ebenso Niere und Leber.
3. Fall. Magdalene N., 76 Jahre alt, leidet seit dem
19. IV. 1904 an Darmverschluß: Am 19. IV. Stuhlgang,
seitdem nicht wieder, trotz tägl. hoher Einläufe von Wasser
und Oleum Ricini. Erbrechen von sauer, nicht fäculent
riechender Massen. Starke meteoristische Auftreibung des
Abdomens. Schmerzen seit dem 22. IV. in der rechten
Hälfte des Abdomens localisiert. Rectus und Singultus nur
ganz vereinzelt. Am 22. IV. kein Erbrechen, durch Magen
ausspülung werden braune, nicht übelriechende Massen ent
leert. Am 23. IV. morgens Erbrechen ähnlicher, etwas übel
riechender Massen. Aufnahme in die chirurgische Klinik.
Status: Magere, für ihr Alter aber in leidlicher Ver
fassung befindliche Frau.
Rechtsseitige Hemiparese.
Starke Arteriosclerose. Herztöne rein, Puls 102, dann
und wann aussetzend, ziemlich kräftig, Temperatur 37,3.
Abdomen mäßig aufgetrieben, aber ziemlich weich, in
der Coecalgegend druckempfindlich, keine Resistenz, kein
freies Exsudat. Stark vermehrte Peristaltik. Die dabei sich
abzeichnenden Darmschlingen gehören dem Dünndarm an,
während am Dickdarm keine Peristaltik sichtbar ist. Keine
Rectalstenose, keine Brucheinklemmung. Pat. erbricht
massenhafte, stark fäculent riechende Flüssigkeit.
Operation in Aetbertropf-Narcose: Medianschnitt links
vom Nabel. Nach Eröffnung des Peritoneums quellen stark
geblähte Dünndarmschlingen hervor. Die Untersuchung
zeigt im Becken rechts stark contrahierte Dünndarmschlingen,
heim Hervorziehen des Darms wird eine rechts am Coecum
gelegene Dünndarmschliuge gelöst, die leichte Verwachsungen
zeigt, die offenbar mit gleichartigen Verwachsungen am
Coecum in Zusammenhang gestanden haben. Die Dünn
darmschlinge ist dadurch an das Coecum herangezogen und
winklig geknickt, zeigt haemorrhagische Infiltration der
Wand und leichte Trübung der Serosa. Am Coecum finden
sich noch weitere flächen und strangförmige Verwachsungen
mit der seitlichen Beckenwand. Die Appendix zieht nach

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