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Biegung oder Knickung des Darmes resultiert. Viele Autoren
betonen, daß Adhäsionen an und für sich niemals imstande
sind, eine völlige Verlegung des Lumens zu bewirken. Die
Verengerung des Lumens wird unter normalen Verhältnissen
durch vermehrte Peristaltik überwunden. „Erst wenn ein
äußeres Ereignis hinzutritt, eine vermehrte Kotanhäufung
oder gesteigerte Peristaltik, so vermag die Darmmuskulatur
das Hindernis nicht mehr zu bewältigen. Sie müht sich
vergebens ab, den Kot hindurch zu pressen, aus der stumpf
winkligen Abknickung wird eine spitzwinklige, aus der Ver
engerung der völlige Verschluß. Ist es erst zum völligen Ver
schluß gekommen, so gelingt es der Naturkraft nur selten, aus sich
selbst heraus das Hindernis zu überwinden. Wird die Knickung
nicht beseitigt, so geht der Patient in der Regel nicht an
Peritonitis, sondern an Inanition zu Grunde.“ (Federmann).
Die indirekte Wirkung der Adhäsionen besteht darin, daß
sie untereinander oder mit Organen der Bauch- oder Becken
höhle oder -Wand Incarcerationsringe bilden, die jederzeit
Anlaß zur inneren Einklemmung des Darms geben können.
Häufig liegeii solche Stränge an der hintern Bauch- oder
Beckenwand. Es können dann einmal unter einem solchen
Pseudoligament Einklemmuugen zustande kommen, ander
seits aber auch, wie Schlange betont, auf einem Strange.
Hier kommt es nicht zu einer eigentlichen Incarceration,
sondern „die gefüllte Darmschlinge reitet nur auf einem
straffen Band derart, daß zu beiden Seiten des Stranges die
durch ihre Füllung beschwerten Schenkel der Schlinge schlaff
herabfallen; es entsteht so eine starke winklige Knickung
des Darmrohres bis zur völligen Obturatiou.“. (Schlange).
Dieselbe Rolle, wie ein peritonitischer Strang, kann der
entzündete Wurmfortsatz selbst spielen. Normaler Weise
ist die Appendix oft außerordentlich lang, ist dazu noch ein
sehr langes .Mesenteriolutn vorhanden, so ist der Fortsatz
imstande, sich um den Darm zu schlingen. Bei Entzündungs
processen kann dann eine völlige Zusammenschnürung der
Darmwand eintreten, die an dieser Stelle völlig gangränös
werden kann, wie es in einem der unten wiedergegebenen
Fälle geschehen ist. Andere Folgezustände ergeben sich aus

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