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Klinische Vorstellung 27. VII. 05.
Patient liegt in gezwungener Haltung da, hält den
Kopf steif, klagt über Kopfschmerzen, besonders stark im
Hinterkopfe. Müder, matter, etwas benommener Ge
sichtsausdruck. In der Ruhe Nystagmus ähnliche
Zuckungen. Blick nach oben außerordentlich beschränkt,
ebenso Blick nach den Seiten (abducens). Blick nach
unten gut. Reaktion auf Licht minimal, auf Konvergenz
vorhanden. Kornealreflex fehlt links. Stauungspapille
rechts etwas stärker als links. In der Umgebung der
selben beiderseits alte Blutungen. Patient spricht vor
wiegend mit der rechten Mundhälfte. Der linke Arm
bleibt beim Hochheben zurück, fällt dann schlaff herunter.
Hochgradige schlaffe Parese. Stark ausfahrende Be
wegung der linken oberen Extremität. Daumen leicht
adduciert. Linke untere Extremität bleibt in der Be
wegung zurück. Kniephänomen deutlich vorhanden. Die
große Zehe steht links stark dorsalwärts. Links deutlich
Babinski, rechts nicht. Sensibilität auf der ganzen linken
Körperhälfte bis auf kleine Zone unterhalb des linken
Auges für sämtliche Qualitäten erloschen. Lagegefühl
und stereognostischer Sinn links erloschen, rechts gut.
Puls langsam 60. Beim Aufrichten kolossal vermehrter
Kopfschmerz. Lumbalpunction, Druck 380 mm, wird bis
auf 250 mm vermindert. Trübung auf Zusatz von Mag
nesiumsulfat. Geringe Vermehrung der Lymphocyten.
Diagnose: Drucksteigerung in der Schädelhöhle.
Tumor cerebri.
Therapie: Trepanation des Schädels zur Entlastung
des Druckes vorgeschlagen.
28. VII. Operation wird im Lazarett vorgenommen.
An der rechten hinteren Schädelgrube wird die Trepa
nation gemacht. Ein Teil des Kleinhirns liegt vor. Die
Dura wird angeschnitten, es entleert sich nur ganz wenig

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