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nächsten Umgebung desselben. Das Befallensein der
linken oberen Schläfenwindung bedingt sensorische
Aphasie, den Ausfall des Wortverständnisses. Die sog.
Leitungsaphasie, die dann eintritt, wenn die Inselgegend
befallen wird und sich in amnestischer Aphasie oder
Paraphasie äußert, zeigt den Mangel der Kontrolle des
sensorischen Sprachzentrums. Wenn der Krankheits
prozeß auf der rechten Seite sitzt, so soll sich Aphasie
nur bei linkshändigen Menschen einstellen.
Geschwülste des Occipitallappens können an der
eintretenden Hemianopsie erkannt werden. Doch ist
dabei zu bemerken, daß die Hemianopsie kürzere oder
längere Zeit als einziges Symptom bestanden haben muß,
oder daß Gesichtshallucinationen aufgetreten sein müssen.
Hemianopsie findet sich nämlich auch bei Geschwülsten
des Tractus opticus, des Pulvinar, der Vierhügelgegend,
sowie bei denjenigen, welche die Sehstrahlung (die sog.
Gratiolet’sche Sehstrahlung) auf ihrem Wege zum Hinter
hauptlappen durchbrechen. Die Hemianopsie ist unter
Umständen mit optischer Aphasie und Alexie verknüpft.
Unter optischer Aphasie versteht man den Zustand, wenn
der Kranke die Gegenstände zwar richtig erkennt, aber
das Wort dafür nicht finden kann; er findet es, wenn er
z. B. den Tastsinn zu Hilfe nimmt. Bei der Seelenblind
heit sind die optischen Erinnerungsbilder im Occipital-
lappen zerstört. Der Kranke sieht zwar, weiß aber nicht,
was er sieht, eine Folge davon ist optische Aphasie. Bei
doppelseitigen Herden kann auch völlige Blindheit ein-
treten, also auch die Fähigkeit des Sehens überhaupt er
loschen seirK
Geschwülste des III. Ventricels bedingen oft keine
Herdsymptome, dagegen stark ausgeprägte Allgemein
symptome, die Herdsymptome zu verwischen imstande
sind. Geschwülste der Vierhiigel bedingen doppelseitige
Augenmuskellähmung, und zwar oft Lähmungen der

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