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heim wie auch Strümpell schreiben den motorischen
Zentren sensibele Eigenschaften zu, weil sie bei den rein
kortikalen Lähmungen bereits auch Sensibilitätsstörungen
eintreten sahen, namentlich eine Beeinträchtigung des
Muskelsinnes und des stereognostischen Sinnes. Die ein
zelnen in Betracht kommenden Empfindungsqualitäten,
die bei jeder Sensibilitätsstörung gesondert untersucht
werden müssen, sind: die Berührungsempfindung, der
Drucksinn (stereognostischer Sinn), die Wärme- und
Kälteempfindung, die Schmerzempfindung, der Muskel
sinn, d. i. Bewegungs- und Lageempfindung. Cerebrale
Anaesthesien beobachtet man, wenn Tumoren ihren Sitz
an irgend einer Stelle der Schleifenbahn in der hinteren
Partie der inneren Kapsel haben. Derartige Anaesthesien
betreffen die dem Krankheitsherde gegenüberliegende
Körperhälfte und werden als Hemianaesthesien be
zeichnet.
Bei Geschwülsten in den Stirnlappen haben Bruns
u. a. wiederholt auffallende Gehstörung (schwankenden
Gang, Neigung seitwärts und rückwärts zu fallen, ähn
lich der cerebellaren Ataxie) beobachtet, die wahr
scheinlich mit einer Störung der im Stirnhirn gelegenen
motorischen Centren für die Muskulatur des Rumpfes
zusammenhängt (Strümpell). Nach dem in der Literatur
vorhandenen Material zu urteilen, weisen 50—60 Prozent
aller Hirntumoren zu irgend einer Zeit ihres Wachstums
geistige Störungen des betr. Kranken auf. Jastrowitz
machte im Jahre 1889 darauf aufmerksam, daß bei Tumor
im Stirnlappen die Patienten „eine gewisse humoristische,
läppische Art in Reden und Benehmen“ zeigten, indes ist
diese Art von Witzelsucht nach Oppenheim auch bei
Tumoren in anderen Gehirngegenden beobachtet worden
und besser als Allgemeinsymptom zu betrachten. Moto
rische Aphasie spricht für Alteration der dritten linken
Stirnwindung, des Brocaschen Sprachzentrums, resp. der

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